Gespeichert unter: Südafrika 2008
Das heißt „Hallo“ auf Xhosa.
Bin gut hier angekommen. Der Flug war angenehm. Bin ja über Nacht geflogen und konnte wenigstens ein bisschen schlafen. Wenns auch nicht so viel war aufgrund einiger Turbulenzen… so muss ich es sich wahrscheinlich anfühlen wenn man in einem Wasserbett schläft und einer ständig dran schaukelt… Zeitenweise hatte ich es dann doch vorgezogen im Sitzen zu schlafen.
Und dann war da noch mein Sitznachbar. Prinzipiell ein ganz angenehmer Mensch – bis er schlafen angefangen hatte. Er hatte die imaginäre Grenze zwischen unseren beiden Sitzen nicht wirklich wahrgenommen. Aber ich bin da ja nicht so. Wenn er schlafen konnte, solls mir recht sein
Was ich schlimmer fand war seine Alkoholfahne, die er mir ins Gesicht geatmet hat (er hat vorzugsweise mit dem Gesicht in meine Richtung geschlafen) und dann hat er noch schnarchen angefangen. Morgens hatte ich dann gesehen, dass man eine Trennwand zwischen unseren Sitzen ausfahren hätte können – na ja, beim Rückflug dann
Und ich musste feststellen, dass man überall die „Daimler“ trifft. Und nachdem man da ja gleich ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, waren dann meine 10 Kilo Übergewicht überhaupt kein Problem. Konnte ich nämlich auf die lieben Kollegen verteilen, die mich dann aber bis East London an der Backe hatten. Mussten zusammenbleiben, weil in Johannesburg die Koffer noch mal abgeholt und neu aufgegeben werden mussten. Wobei ich mit meinen drei Koffern und den entsprechenden Problemen, die man damit beim Transport hat, auch zur allgemeinen Erheiterung beigetragen hatte.
In East London angekommen war ich erst mal über die Größe es Flughafens überrascht. So nen kleinen Flughafen hatte ich selbst in China nie gesehen. Und da stand dann auch schon die Frau vom Bed & Breakfast und hat auf mich gewartet. Auf dem Weg heim sind wir an den „hübschesten“ Gegenden East Londons vorbei gekommen. Prostituierte am Straßenrand mitten in der Pampa und dann wurde mir noch gezeigt wo man dieses Jahr jemand umgebracht hat – wohl ein Daimler Mitarbeiter. Na dann… Herzlich Willkommen!
Aber so schlimm ist es nicht… Man muss halt aufpassen und sich an Regeln halten, die mir jetzt auch schon mehrmals erklärt worden sind. Autos sollte man auch nie auf der Straße parken. Es werden wohl in East London jede Nacht 3 bis 7 gestohlen, aufgebrochen oder abgefakelt.
Wo ich noch ein ungutes Gefühl hab, ist mein Zimmer…. Hab ne extra Eingangstüre zum Hof raus. Den Hof schließt man erst sehr spät nachts ab, wenn halt der letzte heimkommt. Die beiden vom Bed & Breakfast meinten dann, ich solle immer drauf achten, dass meine Türe abgeschlossen ist, weil ab und an klopfen da Schwarze ran, weil die meinen, dass das die Eingangstür vom Haus sei.
Montagnacht bin ich dann auch schon das erste Mal im Bett gesessen und hatte mir schier ins Hemd gemacht… Hat sich so angehört, als würde jemand immer wieder mal an meiner Tür kratzen und draußen auf den Steinen hin und her laufen. Nach einer halben Stunde hatte ich mir aber erfolgreich eingeredet, dass es wohl der Wind ist. Bin da immer noch überzeugt davon
War gestern wirklich windig :-)
Die Wohnung ist ziemlich cool. Wohnen noch ein paar Praktikanten hier und wir wohnen alle zusammen mit den Besitzern des Bed & Breakfast. Ist wie ne große Familie…. Die beiden haben auch ein eigenes Schlafzimmer und der Rest wird mit uns geteilt.
Das Haus ist recht groß mit einem eigenen Pool. Ne Bar haben wir auch mit allem was das Herz begehrt :-)
Bin also rund um zufrieden mit der Wahl meiner Unterkunft
Ja, und was für mich als absoluter Tierliebhaber ja total toll ist, ist dass mit uns im Haus noch zwei Riesenpudel und ne Katze wohnen. STREICHELALARM!!! Die Pudel sind auf den ersten Blick etwas Angst einflössend. Aber das ist nur der erste Eindruck. Die haben eigentlich ziemlich eins an der Klatsche
und ich weiß auch nicht wie die uns hier bewachen sollen.
Der erste Tag bei der Arbeit war super… muss man jetzt einfach mal so sagen. Super organisiert! Sitz momentan leider noch ganz alleine in einem Großraumbüro. Bisschen isoliert, aber da kann man dann wenigstens in Ruhe schaffen
Hatte am Montag dann auch gleich mein Auto bekommen – mit der Hoffnung einen Automatik zu bekommen…. Aber dem war nicht so. Wäre ja zu schön gewesen und warum auch… man hat ja auch kaum andere Sorgen, wenn man auf der falschen Straßenseite fahren muss… na ja, nichts desto trotz heißt es nun mit der linken Hand schalten. Hab es dann auch gleich noch innerhalb der ersten 200 Meter geschafft den Randstein etwas unschön zu streifen. Bin ziemlich erschrocken – hatte gar nichts auf der Straße liegen sehen… war total unbegreiflich für mich, dass das der Randstein hätte sein können. Aber meine Südafrikanische Kollegin, die vor mir gefahren ist, meinte danach zu mir, dass ich einen starken Drang zur linken Seite habe…. Ach was!! Woher´s wohl kommt!…
Das nächste Problem ist, dass Scheibenwischer und Blinker verkehrt sind. Statt zu blinken (was ich ja auch in Deutschland eher selten mach
) wird halt öfters mal meine Scheibe geputzt. Und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf die andere Straßenseite fährt… vor allem beim Abbiegen passiert das dann schon mal… aber man merkt es dann spätestens, wenn einem ein Auto entgegen kommt
Die Orientierung fehlt noch so ein bisschen – weil Navigationssysteme hat es hier… äh… ich weiß gar nicht, ich glaube nicht. Mein Auto hat auf jeden Fall keins.
Das Wetter ist noch etwas kühl. Tagsüber hat es schon so zwischen 20 und 30 Grad, aber nachts kühlt es stark ab. Ich schlafe mittlerweile mit Wolldecke, weil ich die erste Nacht fast erfroren wäre.
Und Schlaumeier Sabine, vorausschauend wie ich halt bin, hab natürlich meine warmen Sachen daheim gelassen… wird jetzt ja schließlich Sommer
Und so wie man überall Daimler-Menschen trifft, trifft man auch ab und an mal Biberacher… jetzt wohn ich hier doch tatsächlich mit einer Biberacherin zusammen, die mittlerweile auch in Stuttgart ist – die Welt ist sooo klein. Und ihr Onkel war zudem noch mein Chef.
Mir gefällt es bisher auf jeden Fall sehr gut. Blauer Himmel, Palmen, Sonne, Strand und Meer – was will man mehr. Kein Smog und es riecht gut. Gutes Essen… einfach spitze. Und wenn man zur Arbeit fährt, fährt man am Strand entlang – herrlich…
So, das wars dann mal fürs erste… leider konnte ich keine so tollen Sachen wie in China berichten… aber ich war jetzt auch nicht so scharf drauf hier noch mal in Hundekacke zu treten und mich danach aus meinem Zimmer auszusperren
Gespeichert unter: Südafrika 2008
… auf Hochtouren und mein „Heimaturlaub“ neigt sich so langsam dem Ende zu.
Zeit eine neue Kategorie auf meinem Blog zu öffnen:
Südafrika
Am Samstag gehts los in die warme Sonne Südafrikas – wie warm die dann wirklich ist wird sich noch zeigen (momentan ist dort nämlich noch Winter)
Gespeichert unter: Peking 2008
Die Zeit ist gekommen – die Zeit in China ist vorbei!
Nachfolgend sind 50 Punkte, mit denen ich überprüft habe, ob ich mich schon an das chinesische Leben angepasst habe
Nicht falsch verstehen, es ist nicht böse gemeint – ich habe gerne hier gelebt und gearbeitet, bin sehr vielen netten und hilfsbereiten Menschen begegnet und mir wird die Zeit hier sicherlich fehlen.
Ich schätze die Chinesen wirklich sehr, aber dennoch gibt es in deren Verhaltensweise ein paar Auffälligkeiten (zumindest für einen durchschnittlichen Europäer
).
Hab ich mich schon angepasst?!
- Du benötigst nicht länger Taschentücher um dich zu schneutzen.
- Du denkst Freitagabend Karaoke zu singen macht Spaß.
- Du isst Nudelsuppe zum Frühstück.
- Du drängelst dich immer vor und verstehst nicht, warum sich die Anderen hinten in der Schlage anstellen.
- Du benimmst dich im Restaurant so, als wenn du zu Hause essen würdest.
- Du beginnst einen Streit, ob du die 4 RMB (ca. 40 Cent) der Taxirechung aufrunden sollst oder nicht.
- Du kannst auf Kommando in Tiefschlaf verfallen – egal wo du dich gerade befindest.
- Du Gräten und Knochen während des Kauens aus deinem Mund befördern kannst ohne die Hände oder Stäbchen dazu zu benutzen.
- Du gehst in den Zoo und denkst „so leckere Tiere hier!“ und fragst was der Affe kostet.
- Du beginnst in andere Leute Teller zu greifen, bevor du gefragt wirst.
- Du hast absolut kein Gefühl für Verkehrsregeln.
- Der Geruch des Stinky Tofu löst keinen Würgereiz mehr aus.
- Du es spannend findest in einen Lift einzusteigen, bevor irgendjemand aussteigen kann.
- Du findest, es ist die beste Zeit aufzustehen und dein Handgepäck zu holen, während das Flugzeug sich der endgültigen Parkposition nähert.
- Andere Ausländer scheinen fremd für dich.
- Dir gefällt die chinesische Mode.
- Du fragst Leute was sie verdienen und erwartest eine Antwort.
- Du redest lauter als notwendig.
- Du bevorzugst mit Stäbchen zu essen.
- Du beginnst große Fahrzeuge mit deinem Fahrrad zu schneiden.
- Beim letzten Besuch deiner Mutter hast du ihr als erstes deine Visitenkarte gegeben.
- Du lässt dir einen langen Fingernagel wachsen, um zu zeigen, dass du nicht mehr körperlich arbeiten musst.
- Du wunderst dich warum deine Freunde zu Hause nicht jede Woche 10 DVDs kaufen.
- Luftverschmutzung … welche Luftverschmutzung?
- Sobald du dein Haus verlässt, in die Öffentlichkeit trittst, vergisst du die Bedeutung des Wortes Rücksicht.
- Du kaufst dir eine Sonnenbrille und lässt die Qualitäts- und Markenaufkleber auf dem Glas, weil du denkst es gehört so.
- Du versuchst die Sonne zu meiden, weil sie dir die Blässe nehmen könnte.
- Du hast vergessen, was es bedeutet irgendwo alleine zu sein.
- Du findest es schick, dein Handy an einem bunten Band um den Hals zu tragen oder mit blinkenden oder klingelnden Anhänger zu schmücken
- Du bittest westliche Touristen um ein gemeinsames Foto.
- Du kaufst für dein Kind schon lange keine Windeln mehr, da die Schnellscheißer-Hosen ja so praktisch sind.
- Du stehst immer und überall im Weg rum.
- Du bleibst auf offener Strasse plötzlich unvermittelt stehen, ohne auf den Verkehr zu achten.
- Du kannst stundenlang an der Strasse in der Hocke sitzen, ohne dass die Hacken auch nur einen hundertstel Millimeter Bodenkontakt verlieren.
- Die Fußabdrücke auf der Klobrille deine eigenen sind.
- Du das unstillbare Verlangen hast, Menschen mit kleinen Fahnen zu folgen.
- Du dich nicht mehr fragst, wie der Pilot, der durch seine Ansprache beweißt, dass er kein Englisch kann, den Tower verstehen kann.
- Du dich nicht mehr wunderst, wenn drei Männer mit einer Leiter erscheinen, um eine Glühbirne zu wechseln.
- Du dich im Kino oder im Flugzeug trotz Platzkarten auf irgendeinen beliebigen Platz setzt und dich dann wunderst wenn dich jemand auffordert diesen freizumachen.
- Du am Feierabend deinen Schlafanzug und die Badeschlappen anziehst, mit deinem Klappstuhl durch die Gassen schlürfst, dich damit auf irgendeinen öffentlichen Platz oder an der Hauptstrasse niederlässt, um das vorbeiziehende „Abendprogramm“ zu genießen.
- Du jedes Wort mit „la“ abschließt … o.k.-la?
- Du als Autofahrer die Hupe öfters benutzt als die Bremsen.
- Du Stadtpläne nicht mehr lesen kannst.
- Du bereits nach einem Bier betrunken bist.
- Du mit 22 bereits ein Physikstudium hinter dir hast.
- Du 28 bist und noch immer bei den Eltern lebst.
- Du die Idee alte Häuser für eine neue Shoppingmall abzureißen nicht abwegig findest.
- Du es in öffentlichen Toiletten bevorzugst bei offener Tür dein Geschäft zu erledigen.
- Du Chinesisch sprichst.
- Du alle oben aufgeführten Anspielungen verstehst.
Nachdem ich mich in Punkt 50 komplett wieder finde (in ein paar anderen ehrlicherweise auch) und bevor ich das fortgeschrittene Stadium der Anpassung erreiche, ist es an der Zeit zu gehen.
In diesem Sinne:
Ich bin dann mal weg!
Das war somit auch mein letzter Blog-Eintrag und die letzen Bilder aus Peking, aber:
Fortsetzung folgt…
… aus Südafrika!
Gespeichert unter: Peking 2008
Am Wochenende wars dann mal wieder an der Zeit mehr von China zu sehen, nachdem ich nun zwei Wochenenden in Peking verbracht hatte
Freitag gings los nach Shanghai. Und auch hier muss ich sagen: eine tolle Stadt! Etwas westlicher als Peking, aber dennoch findet man „China“ auch dort wieder. Die Zeit war, wie auch in Hong Kong, einfach zu kurz. Außerdem waren wir ziemlich gelähmt von der Hitze dort. Keine Ahnung wie heiß es wirklich war, aber wir haben uns dann irgendwann von einem Cafe oder Einkaufszentrum ins nächste geschleppt, weil es draußen kaum auszuhalten war. Aber zwischen den „Cafe-Stationen“ hat uns die Hitze natürlich nicht aufgehalten, alles was möglich war zu sehen. Und so haben wir mal gleich den ersten halben Tag auf einem Bazar verbracht, auf dem alles zu finden war und wir auch sehr viel für uns gefunden haben (Tschüss meine 23 kg Höchstgepäck für den Heimflug). Abends haben wir uns die Chinese Acrobats angeschaut – unglaublich wie beweglich und dehnbar Menschen sein können
. Am nächsten Tag noch mal Sightseeing und abends lecker Japanisch am Hafen gegessen mit Blick auf die leuchtende Skyline und danach ein Glas Wein auf einer Dachterrasse auch wieder mit Blick auf die Skyline – einfach nur geil!
Die Hitze hatte uns dann aber wirklich fertig gemacht, so dass wir am Sonntag dann nur über die riesen Einkaufsstraße gezogen sind und uns noch eine Seidenfabrik angeschaut haben (in klimatisierten Räumen – eine Wohltat)
Und was auch super war – Brot vom französischen Bäcker „Paul“ – so lecker, ein Brot mit richtiger Kruste, nicht die weichen Toastbrotscheiben oder Milchbrötchen von hier.
Ingesamt hat es mir trotz Hitze aber sehr gut gefallen. Der Smog ist bei weitem nicht so schlimm wie in Peking und auch der Verkehr ist normal. Da haben wir in Peking bei beidem wohl das Extrem.
Bei einem Ranking würde Shanghai wohl gleich nach Hong Kong und kurz vor Peking kommen.
So, und Neuigkeiten aus der Arbeitswelt bzw. das was halt dazu gehört. Bin jetzt in die Frauen-Gymnastik-Gruppe aufgenommen worden
Total spaßig, und wieder stand ich da und dachte mir, das kann jetzt nicht wahr sein was ich da gerade seh. Die Gymnastik-Gruppe trifft sich täglich zweimal. Um 10:00 und um 15:00 und dann wird für 10 Minuten gesportelt. Vor uns wird ein Laptop aufgebaut und dann geht’s los – mit einer DVD auf der eine Chinesin tanzt und Instruktionen gibt. Hatte anfangs Schwierigkeiten meine Arme und Beine zu koordinieren, aber nach ner Weile geht das dann und man macht sich nicht mehr ganz so zum Affen – zumindest wenn man die Tatsache verdrängt, dass wir das mitten auf dem Flur machen. Ja, richtig gelesen, wir gehen in keinen Raum, wir stehen im Flur. So, dass auch alle was davon haben, nicht nur die, die aktiv mitmachen. Und wenn dann alle von unserem „Verein“ dabei sind, schaffen wir es auch den Flur für 10 Minuten zu blockieren. Aber es wird ausnahmslos akzeptiert und man muss ja schon auch sagen, dass es total wichtig ist, sich immer mal wieder zu bewegen, wenn man eine Schreibtischtätigkeit ausübt
Und meine letzte Arbeitswoche hier in Peking ist nun angebrochen. Samstag geht’s zurück – aber ihr lest bestimmt davor noch von mir
und Bilder von Shanghai gibt es auch noch.
Gespeichert unter: Peking 2008
Letzte Woche war geprägt von meiner Toilette… oder ist meine Toilette nun geprägt von mir…?! Na ja, wir werden es wohl nie erfahren. Und ich dachte schon, dass mein Zwieback und meine Hühnersuppe, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, nicht zum Einsatz kommen. Aber dem war nicht so. Ist nun vernichtet und ich war froh, dass ich es dabei hatte.
Ich möchte nicht ins Detail gehen. Nachdem meine Mitbewohnerin schon meinte: „Sabine, please, I´m eating at the moment!“ Aber Tschuldigung, mit irgendjemand muss ich doch über meine Probleme reden
Nach 6 Wochen Peking hat mein Magen sehr spürbar geäußert, dass er keine Lust mehr auf chinesisches Essen hat. So hab ich seinem Willen nachgegeben und habe zwei Tage lang nur Wasser und Brot zu mir genommen. Und ich habe, nachdem ich einen Tag lang nur Kamillentee in mich hineingeschüttet habe, von meiner Mitbewohnerin erfahren, dass das gar kein Kamillentee ist. Ich dachte noch, der schmeckt aber anders als in Deutschland. Aber nach einer Weile hier in China, wundert man sich über so was nicht mehr. Sie erklärte mir dann, dass dieser Tee, hier für bzw. gegen Verstopfung getrunken wird. Naja…. Kann nun nicht behaupten, dass ich unter Verstopfung gelitten hatte
und danach wunderte ich mich auch nicht mehr, warum es meinem Magen nach der „Teekur“ nicht besser ging
Und was hab ich daraus gelernt?? Man sollte sich nicht immer nur auf die Bilder auf der Verpackung verlassen – hätte wetten können, dass es Kamillen waren.
Und was noch?? Wenn schon die Chinesen sagen, dass das Mittagessen komisch schmeckt, sollte ich nicht noch den ganzen Teller in mich reinschaufeln.
Aber am Wochenende war ich dann wieder einigermaßen fit. So fit, dass ich mich gleich ins nächste Abenteuer geschmissen habe – mit dem Fahrrad durch Peking. Manche würden das vielleicht als lebensmüde bezeichnen… zumindest alle, die den Verkehr hier kennen. Da wird für einen Fahrradfahrer nicht gebremst. Der Fahrradfahrer wird höchstens angehupt, so dass der Aufprall nicht ganz so überraschend kommt.
Aber wenn man dann auf dem Fahrrad sitzt, ist es gar nicht mehr so schlimm. Man passt sich recht schnell an den Verkehr an. Und ich muss dazu sagen, dass wir uns hauptsächlich in den Hutongs aufgehalten haben, wo der Verkehr zivilisierter ist.
Jetzt fragt sich der ein oder andere vielleicht was Hutongs sind. Wikipedia weiß die Antwort
Hutongs (chin. 衚衕 / 胡同, hútong) sind enge Gassen, die in Peking bis in die 1990er Jahre hinein eine der vorherrschenden traditionellen Wohnbebauungen waren. Sie werden aber auf Grund der Umgestaltung des Stadtzentrums zunehmend seltener.
Mein Reiseführer sagt, dass momentan noch 20% der Bevölkerung dort lebt.
Die leben wirklich auf der Straße und eine Straße weiter steht ein 5-Sterne Hotel. Dieser Gegensatz ist schon krass. Und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass mitten in Peking die Menschen noch so arm leben. Und viel krasser ist eigentlich, dass das als eines der Touristen To Do´s gilt. Wir sind praktisch durch deren Wohnzimmer gefahren.
Mittags war ich dann noch mal im Lamatempel. Ich wollte dort Buddhafiguren weihen lassen. Meine Mitbewohnerin hatte mir erzählt, dass es dort ein Lama gibt, was dies macht. Total voller Spannung bin ich also in den Tempel gefahren und hatte mich ja schon gefragt, wie ein Lama wohl meine Buddhas weihen wird. Naja, zu meiner Enttäuschung stand da dann nicht DAS Lama, sondern DER Lama. Soviel zur interkulturellen Kommunikation
. War trotzdem spannend so eine buddhistische Weihung mitzuerleben. Und ich glaub ich war die Erste die Buddhas weihen hat lassen. Der Lama hat mich nämlich ganz schön entgeistert angeschaut, als ich meine 6 Buddhas vor ihm auf dem Tisch aufgebaut hatte. Vielleicht lag es aber auch an der Plastiktüte, aus der ich meine Buddhas hervorgezaubert hatte. Wahrscheinlich ist so ne Plastiktüte den Buddhas nicht würdig
Für den Sonntag hatte ich mich spontan zu einem Tai Chi Kurs angemeldet. Warum ich das gemacht hab, dürft ihr mich nicht fragen. Weil genau das hatte ich mich nach der ersten viertel Stunde im Kurs auch gefragt. Ich fand Tai Chi in Deutschland schon nicht toll, aber wer weiß, vielleicht ist es ja in China was anderes. Muss man ja einfach mal ausprobieren. Was anders war, war dass wir das in einem öffentlichen Park praktizierten, ich die einzige Deutsche war und die Lehrerin nur Chinesisch konnte. … hatte also ohne Probleme verstanden was sie erzählt hat. Und zudem dachte ich, dass es ein Anfängerkurs sei – falsch! Die hatten schon so ca. 15 Stunden. Und ich mit meinen zwei oder drei Stunden in Deutschland, konnte da natürlich nicht mithalten.
Kam mir auf jeden Fall etwas unbeholfen vor, und die zuschauenden Parkbesucher haben die Sache für mich nicht angenehmer gemacht. Aber nach einer Stunde hatte ich die Bewegungen und Figuren so einigermaßen drauf und es hat dann sogar ein bisschen Spaß gemacht
Letztendlich war es dann schon toll, Tai Chi von einer Chinesin (sie ist Olympiatrainerin) beigebracht zu bekommen. Sie war schon älter und hat so weise gewirkt – hat noch ein paar schlaue Lebensweisheiten los gelassen
Und ein riesen Fortschritt am Wochenende… zwei Wochen vor meiner Abreise kann ich endlich mit den Taxifahrern kommunizieren
. Ich brauch keine Visitenkarte von meiner Wohnung mehr – sie verstehen mich endlich, auch wenn es manche total witzig finden, wenn ich mit ihnen spreche. Einer war total freundlich und fand es wohl total toll, dass ich versuche chinesisch zu sprechen und hat mit mir auf dem Heimweg geübt, den Straßennamen richtig auszusprechen.
Wobei ich am Wochenende auch ausgiebig die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt habe. Immer wieder ein Erlebnis – sowohl für mich als auch für die Chinesen. Die hatten sich glaub ich jedes Mal gefragt „Was ist denn das, was da in der Bahn steht?!“.
Bin halt doch ein Exote hier.
Und seit meiner letzten Fahrt mit der Subway hab ich ne neue chinesische Freundin. Sie saß neben mir und hat mich mit ihrem bisschen Englisch angesprochen und fragte „Can we make friends?“ Total süß und da sagt noch mal jemand, man komme mit den Chinesen nicht in Kontakt
Gespeichert unter: Peking 2008
Letzte Woche war mal „Essen“ angesagt und das nicht nur beim „Suppen-Japaner“ oder „Spieß-Chinesen“ um die Ecke.
Nachdem die Visa-Stelle mir nahe gelegt hatte, bei meinen Sightseeingtouren Tibet außen vor zu lassen
, hab ich mir Tibet nach Peking geholt. Ich war in einem der wenigen tibetischen Restaurants in Peking. Kaum drin gesessen, kam man sich vor wie in einer anderen Welt – zumindest nicht mehr wie in Peking. Das Ambiente war cool – singende und tanzende Tibeter, die irgendwann im ganzen Restaurant getanzt haben und auch die Gäste miteinbezogen hatten. So hat man sich irgendwann mehr als auf einem Familienfest gefühlt, als ich einem Restaurant. Und auch das Essen war anders – Yak durfte dabei natürlich nicht fehlen. War lecker, aber fettig – nachdem mich Fett am Fleisch nicht unbedingt begeistert, war es sehr mühsam diesen zähen Büffel zu essen… versucht mal mit Stäbchen Fett vom Fleisch zu trennen
.
Schweden… ich war nicht schwedisch essen, aber beim Tibeter wurde ich von einem Schweden begleitet, der mit mir im Flugzeug von Hong Kong nach Peking saß und auf Geschäftsreise in Peking unterwegs war. Er hat mir super viel über Schweden erzählt, was wirklich interessant war, weil ich Schweden bisher nur mit IKEA in Verbindung gebracht habe.
Dann waren wir letzte Woche auch noch typisch chinesisch essen – Hot Pot. Man könnte auch chinesisches Fondue sagen. Sehr lecker und der mit Nudeln tanzende Chinese war dann noch das i-Tüpfelchen.
Und auch mal wieder deutsch gegessen – braucht man ab und zu einfach. Aber nicht hier im Paulaner oder in einem sonstigen deutschen Restaurant. Nein!! Wir haben gegrillt… bei uns im Garten… Grill und Kohle gekauft, richtig „deutsches“ Baguette, Salat – und los gings. Auch wieder sehr lecker!
Am Sonntag war ich hier beim Fotograf. Ist super günstig hier und man bekommt doch sehr viel für das wenige Geld. Hatte den ganzen Tag gedauert und am Ende des Tages war ich dann froh, dass es vorbei war. Den ganzen Tag in die Kamera zu lächeln, kann doch auch anstrengend sein.
Und so zog eine weitere Woche wie im Flug (mit dem stärksten Smog der letzten Wochen) ins Land.
Gespeichert unter: Peking 2008
Ich bin ein Beijinger – zumindest für die nächsten 30 Tage.
Die Ausreise nach Hong Kong und Einreise nach China waren problemlos und nun kann ich bis zum 12. Juli in Peking bleiben.
Der Trip nach Hong Kong war genial – mir fehlen echt die Worte. Hong Kong vereint so viele unterschiedlichen Dinge – das alte Hong Kong, die neuen, modernen Wolkenkratzer, der Hafen und kaum 30 Minuten weiter im Süden einen Strand, von dem man nur träumen kann. Es liegt alles sehr nahe beieinander, so dass man Hong Kong zum Teil zu Fuß erkunden kann. Die Leute sind auch sehr freundlich und hilfsbereit dort. So hab ich Max, ein in Hong Kong lebenden Pakistaner, kennen gelernt, der mich dann spontan am Samstagnachmittag für ne Stunde durch Hong Kong geführt hat.
Der Verkehr ist auch deutlich besser als in Peking. Zum Großteil gibt es nur zweispurige Straße und man fährt auch zivilisierter.
Das Wetter hatte nun nicht unbedingt ein Einsehen mit mir. Wobei wenn man bedenkt, dass noch eine Woche davor Hong Kong fast unter Wasser stand, waren die Regenfälle am Wochenende wohl harmlos.
Zudem war die Zeit in Hong Kong viel zu kurz. Nachdem ich 3 Stunden später als erwartet im Hotel ankam, war der Freitag somit schon so gut wie gelaufen. Der Flug hatte Verspätung und insgesamt hatte ich schon angenehmere Flüge – ich weiß jetzt was Luftlöcher sind. War alles sehr beunruhigend und die Stewardess, die gegenüber von mir saß und krampfhaft versucht hat sich im Sitz festzukrallen, hat mir nun auch nicht unbedingt ein sichereres Gefühl vermittelt.
Der erste Eindruck von Hong Kong war anders als erwartet und vor allem ist es anders als Peking. Mein Hotel war im alten Hong Kong und dort sieht es teilweise ziemlich runtergekommen aus, was aber schon wieder ein gewisses Flair hat – zumindest bei Tag. Bei Nacht weniger, so kam es dann schon vor, dass man auf dem Weg heim in der Dunkelheit über Menschen gestolpert ist, die auf der Straße schliefen. Ist für schreckhafte Persönlichkeiten wie mich eher weniger was, aber bin trotzdem gut im Hotel angekommen. Kaum 5 Minuten weiter war dann das Barviertel, wo das Nachtleben tobte – krasser Gegensatz.
Eigentlich blieb mir ja nur der Samstag in Hong Kong – Freitag spät angekommen, Sonntag wieder recht früh los Richtung Flughafen. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten (Orientierungsschwäche meinerseits, kein Geld da fremde Währung – Geldautomat unauffindbar) hab ich mich aber glaub ich ganz gut geschlagen und hatte dann letztendlich sehr viel von Hong Kong gesehen, zumindest was man so alles an einem Tag sehen kann: Hafenpromenade bei Tag und Nacht, Victoria Peak mit der Peak Tram, Fahrt mit der Star Ferry und der Tram, Symphony of Lights, Ladiesmarket, Temple Street Nightmarket, Avenue of Stars, SoHo, Lan Kwai Fong und last but not least shopping.
Und jetzt heißt es dann erst mal wieder arbeiten und Peking erleben. Was ganz schön ist, weil so Wochenendtrips doch auch anstrengend sein können.
Gespeichert unter: Peking 2008
… endlich kommt wieder ein Bericht
…
Mir geht’s gut, kam aber erst Montag Nacht von unserem 5-tägigen Inseltrip zurück und es hat einfach ne Weile gedauert bis ich von den 600 Bildern die schönsten für euch rausgesucht habe
Das verlängerte Wochenende in Hainan war super. Auch wenn das Wetter nicht so wirklich mitgespielt hatte. Die ersten beiden Tage hatte es immer wieder geregnet. Aber es war trotzdem so heiß, dass uns der Regen nicht vom Strand abgehalten hatte. Und die Sonne hatte auch trotz dicken Regenwolken ordentlich gebrannt.
Am Donnerstagabend angekommen, hatten wir erst mal unsere Zimmer bezogen. Wir sind in einem Backpacker abgestiegen und mein erstes Zimmer war einfach nur eklig. Das Licht im Bad hat nicht wirklich funktioniert – ne Kerze hätte wahrscheinlich mehr Licht gegeben. Aber wahrscheinlich war es besser, dass ich nicht so genau gesehen hab, was da außer mir noch lebt.
Danach sind wir zum Essen – eine Pizzeria im griechischen Style. Prinzipiell ganz hübsch – aber wir hatten ungebetene Gäste am Tisch :-) Seit dem Abend weiß ich, dass Ratten Geräusche wie Vögel von sich geben. Ich vermute mal, dass es die Hausratte war. War sehr gut genährt und hat sich öfters an dem Abend blicken lassen. Auch Kakerlaken sind immer mal wieder über die Tische gezischt… aber das Essen war lecker
Am nächsten Tag hatte ich dann ein neues Zimmer bekommen. Das Licht im Bad hatte dann auch funktioniert. Dadurch hatte ich auch die Ameisenstraße quer durch das Zimmer gesehen. Wer zum Teufel kam auch die Idee in eine Hostel für 6 Euro die Nacht zu gehen?? – Ich nicht!
Was dort aber ganz spaßig war, war der Chef. Mit dem haben wir dann auch einen feuchtfröhlichen Abend an der Rezeption verbracht. Er konnte zwar nur schlecht Englisch, aber irgendwie kann man sich doch verständigen. Und nun kennen wir auch zwei chinesische Trinkspiele.
Die Tage über waren wir dann an verschiedenen Stränden. Der schönste davon war auf einer weiteren Insel. Mussten mit dem Boot dort hinfahren. Aber war echt super schön dort.
Am letzten Tag waren wir noch im Regenwald. Ich dachte, dass wir da mit einem Auto durchfahren. Aber nein, wir haben den zu Fuß erkundet, was bei der Luftfeuchtigkeit und Hitze doch recht anstrengend war.
Ja, und nicht zu vergessen ist natürlich die EM. Da habt ihr in Deutschland ja den unheimlichen Vorteil, dass die EM während des Tages übertragen wird. Rechnet mal 6 Stunden drauf…. genau, Deutschland hatte bei uns nachts um 3 Uhr gespielt. Und Hainan hatte es uns nicht leicht gemacht, dieses Spiel in der Öffentlichkeit mitzuverfolgen. Der Besitzer einer amerikanischen Bar hatte uns versprochen, dass er seine Bar bis morgens 5 Uhr offen lässt und so sind wir dort mit unseren Deutschlandtrikots aufgeschlagen. Nur war ihm dann um 3 Uhr der Umsatz doch zu gering und er hat noch vor Beginn des Spieles zugemacht. Sind dann in die nächste Disco und da hatten sie es tatsächlich übertragen. Wir waren die Stars mit unseren Trikots dort, was aber auch die Besitzer letztendlich nicht davon abgehalten hatte, die Disco nach der ersten Halbzeit zu schließen
Der Flug mit ausschließlich Chinesen an Bord war auch interessant. Die schlafen auf den ausklappbaren Tischen. Hatte ich sonst noch nicht so gesehen. Hab es dann auch selber versucht, weil es bei denen so bequem ausgesehen hatte. Aber ich glaub das ist nichts für große Menschen – mir hat es dabei den Magen abgeklemmt.
Auch das Verhalten nach der Landung ist ein bisschen anders als gewohnt. Das Flugzeug war kaum auf dem Boden, sind alle aufgesprungen und haben panisch ihr Handgepäck aus den Gepäckfächern geholt. Und wenn man da nicht mitmacht, wird man überrannt. Das gleiche am Kofferband. Unglaublich!
Zudem hatte ich ein sehr sympathisches Pärchen neben mir sitzen. Während des Flugs hatten die streiten angefangen. Sie ist dann in Tränen ausgebrochen und hat mit ihm den Rest des Fluges nicht mehr geredet. Am Ende des Fluges hat sie ihm dann ins Gesicht gespuckt und dann war wieder Friede, Freude, Eierkuchen.
Manchmal denkt man hier echt, dass es gar nicht sein kann, was man gerade sieht.
Zurück in Peking war die Temperatur zwar wieder angenehm, aber man hat doch deutlich den Smog gemerkt. Hat typisch nach Peking gerochen – die Luft in Hainan war wohl doch besser. Was mir aber erst aufgefallen ist, als ich wieder zurück in Peking war.
Bevor wir nach Hainan geflogen sind, war ich noch in Peking auf dem Nightmarket. Dort gibt es kulinarische Spezialitäten. Paula, ich weiß nun auch wo die Fotos von der PowerPoint Präsentation aufgenommen wurden
Ich denke die Bilder auf meiner Fotoseite sprechen für sich.
An manchen Ständen hatte es echt widerlich gestunken, an manchen zart geduftet.
Letztendlich hatte ich dann eine Schlange versucht und einen Seestern. Zu meiner Verwunderung war der Seestern innen schwarz. Hatte dann kurz Zweifel, aber nachdem ich noch lebe, haben Seesterne wohl ein schwarzes Fleisch. Heuschrecke oder so was Kleines hätte ich noch gerne probiert, aber das gab es leider nicht. Und die Maden waren definitiv zu groß und zu dick.
So, ich verabschiede mich dann heute schon wieder ins Wochenende. Hab morgen noch mal frei, weil ich nach Hong Kong muss. Ja, ich muss. Meine ersten 30 Tage in China sind vorbei und ich muss nun ausreisen, um die nächsten und letzten 30 Tage zu bekommen.
Ist schon aufregend – zum einen fliege ich alleine nach Hong Kong und zum anderen hoffe ich, dass die mich dann am Sonntag auch wieder zurück nach Peking lassen. Man hat schon von Leuten gehört, die nicht mehr einreisen durften. Ist momentan ja alles nicht so einfach mit dem Visum.
Gespeichert unter: Peking 2008
… – die Zeit rast hier.
Erst mal ein Kommentar zu meiner/unserer Arbeitsmoral hier. Wollte durch meinen Blog nicht den Eindruck erwecken, dass hier nicht gearbeitet wird. NATÜRLICH arbeiten wir hier auch. Tztztz, ich bin hier doch nicht zum Spaß! Ich sammle hier auch im Arbeitsleben wertvolle interkulturelle Erfahrungen, die ich so schnell wohl nicht mehr vergessen werde.
Aber es ist für euch wohl eher weniger interessant seitenweise über mein tägliches Geschäft zu lesen und Fotos anzuschauen, die mich bei der Arbeit zeigen.
Von was ich natürlich hier bei der Arbeit Fotos hätte machen können, sind die Fische, die meine Kollegin letzte Woche dabei hatte. Lecker Fisch… mmh… getrocknet… mmh. Die hatte sie mir dann auf dem Tisch gelegt – ob ich mal probieren möchte. Hab dankend abgelehnt. War einfach noch zu früh am Morgen – verkraftet mein Magen nicht. Es hatte dann den ganzen Tag nach Fisch gerochen. Naja, bei uns liegen Gummibärchen oder Schokolade auf dem Tisch, hier halt süße kleine getrocknete Fische – andere Länder, andere Sitten J
Das Wetter spielte letzte Woche auch verrückt. Sonntag war es noch total heiß und dann wurde es wieder kälter und total windig. So einen Wind kenn ich aus Deutschland nicht. War dann abends recht frisch – und hatte keinen Pullis mehr da, weil ich die einem deutschen Kollegen schon wieder nach Deutschland mitgegeben hatte. Wer konnte es denn ahnen, dass man die noch braucht. Aber hoffe mal, dass die kälteren und windigen Tage hier gezählt sind.
Ihr habt wahrscheinlich auch alle folgendes in den Nachrichten mitverfolgt:
„Smog-Alarm in Peking: Neue Messungen haben ergeben, dass die Luftverschmutzung in der chinesischen Hauptstadt wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele so stark ist wie nie zuvor – der Aufenthalt im Freien gilt jetzt offiziell als „gefährlich“.“
Hey, und ich bin dabei J
Hab nach meinem Aufenthalt hier wahrscheinlich ne schwärzere Lunge als ein Kettenraucher.
Wobei ich es gar nicht so schlimm empfinde.
Gut, dass hier ziemlich viel Dreck in der Luft rumschwirrt merkt man in der Wohnung. Jeden Tag eine richtig dicke Staubschicht auf allem. Guckt euch mal das Foto von meiner PC-Maus an – und das nach nur zwei Wochen. Ey und ich schwör, ich wasch mir jedes Mal nach dem Klo die Hände J
Eines der Highlights letzte Woche war das Tappanyaki Essen. War super lecker und war cool dem Koch beim Zubereiten unserer Speisen zuzuschauen. Danach sind wir noch ins Suzie Wong, eine chinesische Disco, in der man auch tatsächlich auf Einheimische trifft. Dort gehen die Chinesen wohl auf Brautschau.
Außerdem ging es letzte Woche auch noch zur Massage. War super – hab gleich mal ein Abo gemacht für die Zeit hier.
Am Wochenende war neben weggehen, dann wieder Sightseeing angesagt: Lamatempel, Konfuziustempel, alter und neuer Sommerpalast.
Die zwei Tempelanlagen sind super schön. Hab auch einen schicken Hut als Souvenir dort mitgenommen. So ein „chinesischer Reisbauer-Hut“. Wollte ihn gar nicht mehr abnehmen – total praktisch bei der Sonne. Im Supermarkt war dann aber auch meine Peinlichkeitsgrenze erreicht und er musste von meinem Kopf weichen.
Der Tag im Sommerpalast war richtig witzig. Die Reiseleitung „Sabine“ hatte, muss ich jetzt mal ganz selbstkritisch zugeben, ein bisschen versagt. So hat unser Weg zum Sommerpalast ca. 3 Stunden in Anspruch genommen, statt normal eine Stunde.
Im Sommerpalast musste ich dann einen herben Verlust verkraften L
Jeder von euch hat sicherlich ein Paar Lieblingsschuhe (zumindest die Frauen unter euch). Die nimmt man überall hin mit, hat die immer an. Naja, so auch ich – meine tollen Leder-FlipFlops. Die haben schon die halbe Welt gesehen – Deutschland werden sie wohl nicht wieder sehen.
War dann doch etwas ungeschickt, mit kaputten Schuhen einen ganzen Tag auf steinigen Wegen im Sommerpalast – ständig bergauf und bergab. Aber ich will ja nicht jammern, hätte ja auch einfach Turnschuhe anziehen können.
Was auch immer wieder witzig ist, dass man für die Chinesen und asiatischen Touristen eine Attraktion ist. Ganz besonders krass war es, als wir uns in chinesische Trachten gepackt haben. Eine Schar von Leuten wollte uns fotografieren. Das nenn ich mal Blitzlichtgewitter.
Ein anderes Highlight letzte Woche, hätte ich fast vergessen, war meine erste Chinesischstunde. War wirklich spaßig. Weiß nicht, ob die Lehrerin es auch so witzig fand, aber ich konnte mich nicht mehr halten vor lachen. Das hört sich alles so witzig an, vor allem wenn Anja und ich das aussprechen.
Prinzipiell ist es gar nicht schwer – zumindest die Grammatik. Um ein vielfaches einfacher als die Grammatik anderer Sprachen. Wenn da dann nicht die vier verschiedenen Töne wären. Anfangs hört man da einfach keinen Unterschied. Und man kann sich die Wörter auch überhaupt nicht ableiten und dadurch auch nur schwer merken. Nach einer Stunde hatte ich schon wieder alles vergessen. Da ist mal wirklich Fleiß angesagt – jeden Tag wiederholen.
Soviel von mir. Ich verabschiede mich dann jetzt mal in meine 3-Tages-Arbeitswoche. Am Donnerstag geht’s auf nach Hainan – das Hawaii Chinas.
Gespeichert unter: Peking 2008
So, schon eine Woche vergangen. Ganz so spektakulär wie meine ersten Tage hier war die erste Woche nicht. Aber ist auch o.k. Auch wenn der Vorfall mit Hund wohl Glück bringen soll, muss ich das dann doch nicht jeden Tag haben und nachdem ich mein Zimmer nicht mehr abschließe, passiert auch so was mit dem Schlüssel nicht mehr.
Am Montag waren wir beim „Flagge runterlassen“. Ist hier ein riesen Event. Die chinesische Flagge ist auf dem Platz des Himmlischen Frieden (Tian’anmen-Platz: der größte befestigte Platz der Welt und der Platz an dem 1989 die Studentendemos stattfanden) und wird jeden Morgen bei Sonnenaufgang gehisst und jeden Abend bei Sonnenuntergang wieder runtergelassen. Da sammeln sich dann Tausende von Chinesen auf dem Platz, um dieses Spektakel mit zu erleben. Und mitten unter den Chinesen natürlich wir, weil auch wir wollten uns das nicht entgehen lassen. Frühes Erscheinen sichert bekanntlich ja die besten Plätze und so mussten wir noch eine Weile warten bis es dann endlich losging. Als die Sonne dann sehr tief stand, wurde die Straße gesperrt und es kam eine Gruppe von Soldaten raus aus der Verbotenen Stadt und rüber über die Straße auf den Tian’anmen Platz im Gleichschritt marschiert. Nachdem eine Runde um den Fahnenmast gedreht wurde (bei vollkommener Stille), wurde die Flagge erst einmal ganz hoch gezogen (sie steht wegen dem Erdbeben momentan auf Halbmast), dann runter, eingewickelt und ab ging es über die Straße und die Fahne verschwand mit den Soldaten in der Verbotenen Stadt.
Zudem war von Montag bis Mittwoch Staatstrauer. Am Montag haben wir mit drei Schweigeminuten an die über 50.000 Opfer des Erdbebens gedacht. Ich wurde in der Mittagspause noch von meinen Kollegen gebrieft – nicht dass ich mich als einzige Ausländerin hier anders als die anderen benehme. Um 14:28 Uhr kam dann das Kommando. Wir sind alle aufgestanden, haben uns in Richtung Südwesten gedreht und es war Stille. Bis auf die hupenden Autos draußen – der Verkehr lief trotzdem und um auch den Menschen auf der Straße die Gedenkminuten zu ermöglichen, sollten diese 3 Minuten lang hupen. Bars und Clubs hatten an diesen drei Tagen geschlossen. Dafür wurden vor den Kneipen Teelichter aufgestellt. Es war wirklich beeindruckend diese Staatstrauer hier mitzuerleben und noch beeindruckender ist, wie offen die chinesischen Medien über das Erdbeben hier berichten.
Die restliche Arbeitswoche war dann recht gemütlich. Abends mal ne DVD geschaut, was trinken gewesen oder einfach nur auf der Dachterrasse die warme Nacht genossen.
Freitag ging es dann wieder auf ins Pekinger Nachtleben. Zuerst auf einer Dachterrasse in der Stadt, wo wir dann mit einem kühlen Tsingtao Bier das Wochenende eingeläutet haben – bin normalerweise ja kein Biertrinker, aber das chinesische Bier könnte ich den ganzen Tag trinken. Ist echt gut – wohl eher ein Frauenbier J
Danach ging es in einen Salsa-Club. Allein die Vorstellung: da tanzen Deutsche in China einen lateinamerikanischen Tanz – wenn das mal nicht weltoffen ist J
Danach ging es dann, nicht wie in Deutschland zum Döner oder Mc Donalds, um den Hunger vor dem zu Bett gehen zu stillen. Nein, wir waren bei unserem Spieß-Chinesen, der Gott sei Dank 24 Stunden auf hat und 5 Gehminuten von unserer Wohnung weg ist. Dort gibt es lecker Fleisch am Spieß.
Nachdem es dann nach dem Spieß-Chinesen schon wieder gedämmert hatte, hatte ich natürlich den halben Samstag verschlafen. Aber die andere Hälfte des Tages wurde sinnvoll genutzt – wir waren shoppen J
Und nach dem shoppen haben wir es uns richtig gut gehen lassen – Maniküre & Pediküre. Echt cool. Maniküre werde ich wohl eher nicht mehr machen. Meine Fingernägel sehen nicht anders aus als vorher. Aber meine Füße – wow. Also, wer meine Füße kennt, weiß dass die nach dieser Pediküre aufgeatmet haben J. Ingesamt sind wir dann zwei Stunden in dem sehr bequemen Sessel gesessen und haben uns pflegen lassen – war herrlich!
Danach sind wir zum Italienier zum Abendessen. War gut, aber muss ehrlich sagen, was chinesisches wäre mir fast lieber gewesen. Kaum zu glauben, dass das aus meinem Mund kommt. Aber das Essen ist nicht so schlecht und ich glaub tierisch gesund. Zumindest hab ich keine Mangelerscheinungen wie ich sie damals in Madrid hatte. Wobei das Essen hier halt auch nicht satt macht. Wahrscheinlich weil alles so leicht verdaulich ist – bin ständig nur am Essen.
Sonntag war dann ein aktiver und wirklich witziger Tag. Sind zuerst „stundenlang“ in unserem Viertel rumgelaufen bis wir endlich ein Restaurant zum Essen gefunden hatten. Ich wollte nicht in die Restaurants gleich bei uns um die Ecke gehen, weil die kennen wir nun ja schon und dummerweise kam dann ne ganze Weile keins mehr – zum Leid meiner Mitbewohnerin, die neue Schuhe anhatte J.
Nachmittags waren wir dann in einem Park. War ein Natur- und Vergnügungspark. In diesem Park finden auch die Volleyball-Spiele während Olympia statt.
Wir hatten die tolle Idee mit einem Boot auf dem See dort zu fahren und haben uns einfach mal das Billigste genommen –ein Tretboot. Das war ein Fehler! Es war total anstrengend sich mit diesem Ding auf dem Wasser fortzubewegen. Dummweise sind wir dann auch zu lange in die eine Richtung gefahren, so dass wir es dann nicht mehr pünktlich innerhalb unserer Mietzeit zurück geschafft hatten. Naja, aber wir waren wir die Attraktion auf dem See – für alle, die mit einem Motorboot an zu vorbeigerauscht sind. Das schämige Grinsen verriet was sie dachten: Schaut euch mal die doofen Touris an, die haben ein Tretboot und kommen trotz treten nicht vom Fleck. Naja, das nächste mal sind wir schlauer und ein bisschen Sport tut ja auch gut J.
Beim Schlendern durch den Park sind wir dann auf einen anderen kleinen See gestoßen, auf dem riesige Luftballons waren und in den Luftballons Kinder, die sich so auf dem Wasser fortbewegt haben. Hat total witzig ausgehen, weil fortbewegen kann man dazu nicht wirklich sagen. Ist total schwer sich in diesem Ballon aufrecht stehend zu halten und laufen geht gleich gar nicht. Woher ich das weiß? Naja, wollte das natürlich ausprobieren. Und kaum 5 Minuten später war auch ich in einem solchen Ballon, gemeinsam mit den anderen Kindern und meiner Mitbewohnerin auf dem Wasser. War super anstrengend, hat aber Spaß gemacht und auch die Leute, die draußen standen, hatten glaub ich ihren Spaß dran.
In diesem Ballon waren Temperaturen wie im Gewächshaus, deswegen war es danach erst einmal Zeit für eine kleine Abkühlung – eine Wasserbahn J Als ich da dann so langsam hochgezogen wurde und die Bahn komische Geräusche von sich gegeben hat, wurde mir dann schon ein bisschen mulmig. Ob die hier wohl die gleichen Sicherheitsvorschriften zur Wartung haben wie wir in Deutschland?? Naja, aber dann ging es auch schon los nach unten – und ich lebe noch J
War super erfrischend. Ich war noch zwei Stunden später nass. Was aber auch an dieser Hitze hier liegen könnte. Wird jetzt echt warm. Laut „wetter.com“ hatten wir 35 Grad und mit dieser feuchten Luft fühlt sich das nach noch viel mehr an.