Sabine far far away


Ich lebe noch!
Oktober 29, 2008, 2:51
Gespeichert unter: Südafrika 2008

Und mir geht’s gut. Sorry, dass ich mich wochenlang nicht gemeldet habe… irgendwie hab ich die Zeit nicht gefunden und irgendwie gab es auch nicht so viele spannenden Sachen zu erzählen – HILFE… der Alltag ist hier eingekehrt…

 Die letzten drei Wochenenden hab ich mich hauptsächlich in der Sonne am Strand geräkelt. Es wird jetzt doch tatsächlich wärmer hier… Wenn es keine Wolken hat, kann man es sehr gut mit Bikini aushalten und auch die ersten Schwimmversuche im stürmischen Meer hab ich schon unternommen. Herrlich… das Schönste an der Sache ist, dass der Strand ja nur ca. 5 Minuten entfernt ist.
Dennoch möchten wir ja aber auch andere Strandabschnitte in Südafrika kennen lernen, deswegen haben wir uns an einem Wochenende ein Haus am Strand gemietet und letztes Wochenende haben wir in einem Backpacker direkt am Strand genächtigt.

Das wärmere Wetter lässt nun auch meine Freunde „die Spinnen“ aufwachen… nicht die kleinen, nein, wir leben hier in einem Land, da sind die so groß, dass man die als Haustier halten kann. 
Auch die Frösche (ich nenn sie mal Frösche… vielleicht sind es auch Kröten, was ich aber prinzipiell ekliger finde) haben hier gerade Balzzeit. Täglich ab 19 Uhr bis 5 Uhr morgens direkt vor meinem Zimmerfenster. Nachdem mein Zimmerfenster bis fast zum Boden geht, bin ich nun gezwungen mein Fenster zu schließen, weil mein Zimmer neben den Spinnen, Eidechsen, Käfer, Hunden und Katze keine Kapazität mehr für Frösche hat. Und Frösche küssen brauch ich ja nicht mehr ;-)

 

Außerdem habe ich mein Glück mit Whale watching noch mal versucht. Und tatsächlich haben sich diese possierlichen Tierchen dieses Mal gezeigt… waren zwar nicht in bester Laune. Hätte ja schon erwartet, dass die ein bisschen springen oder so, aber mehr als ne Flosse kam da nicht. Trotzdem sehr beeindruckend, wie groß die sind. Hatte schon Angst, dass die das vielleicht nicht so spaßig finden, wenn wir mit unserem kleinen Boot so nah an sie ran fahren, aber sind sie wohl gewohnt oder vielleicht dachten sie ja auch, dass wir ein Wal sind… Nach einer Stunde war ich dann aber wiederum froh, festen Boden unter den Füßen zu haben. Dieses Geschaukel ist halt auf Dauer nichts, vor allem wenn man jemanden neben sich sitzen hat, der schon ganz weiß im Gesicht ist und dann nur noch hofft, dass der Wind in die richtige Richtung weht ;-)

Gleich nach dem Whale watching sind wir los zu einer Xhosa Experience Tour. Sind in ein kleines Dorf gefahren und haben dort den restlichen Tag verbracht. Wir waren in einer Kirche und haben einen Gottesdienst miterlebt. Danach gings zurück ins Dorf. Dort wurde für uns getanzt und uns einiges über die Kultur hier erzählt. Typisches Xhosa Essen als Mittag – das kannte ich ja nun schon und bin ja eher weniger begeistert davon.
Es ist einfach krass wie die dort leben. Zumindest für uns ist es kaum fassbar, dass man noch so hinterm Mond leben kann (was nun keinesfalls wertend sein soll). Richtig schlimm ist, wie sie über HIV denken und wie man sich dagegen schützen kann. Da werden den kleinen Kindern schon Märchen erzählt, wo ich mir nur denke, ob die Erwachsenen das wirklich auch glauben. Einerseits sicherlich, weil das schon mit einer sehr großen Überzeugung rüber kam, andererseits gibt es hier genug Aufklärungsprogramme…

Wenn man das so sieht, möchte man einfach helfen. Deswegen haben wir uns nun auch überlegt, uns ein bisschen sozial zu engagieren. Wir bauen hier nun gerade ein Projekt in einem der Townships hier in der Stadt auf. Es gibt hier bessere und schlechtere Townships. Das, in dem wir gerade tätig sind, ist auf jeden Fall eines der Schlechteren. Man hat dann schon ein bisschen Angst bzw. ein mulmiges Gefühl, wenn man dort durchfährt.
Wir unterstützen dort eine Schule und einen Kindergarten. Hauptsächlich die Schule, weil es dort größeren Bedarf gibt und, weil die Schule auch eher am Rand liegt und nicht mitten drin wie der Kindergarten. Als wir das erste Mal dort waren, um uns das mal anzuschauen, waren auch Kinder und Eltern da. Die wussten, dass wir kommen und haben uns dann mit Tanz und Gesang begrüßt und hatten ein richtiges Programm für uns vorbereitet. Beeindruckend!
Nach viel Planerei, geht’s nun auch nächsten Samstag los und wir versuchen mal den Computerraum dort auf Vordermann zu bringen und den Kinder mal die ersten Schritte am Computer zu erklären. Das nächste große Event wird eine Abschlussfeier für die Schüler sein, die dann danach in die weiterführende Schule gehen. Wir wollen sie aus dem Township rausholen, so dass sie mal was anderes sehen. Manche von denen waren anscheinend noch nie in der Stadt, die gerade mal 5-10 Minuten mit dem Auto entfernt ist.

Ansonsten haben wir daheim im Bed & Breakfast einen rießen Spaß miteinander… sind ne richtig coole Truppe dort… gemeinsam mit unseren Vermietern. Die sind glaub ich auch richtig traurig, wenn wir alle gehen. Für über die Hälfte geht es nämlich Anfang Dezember wieder heim.

Hab auch mal ein paar „Party-Bilder“ hochgeladen, dass ihr seht dass es mir gut geht… :-)

So, nun verabschiede ich mich aber mal wieder…. mein flambierter Büffel wartet schon auf mich ;-)


2 Kommentare bis jetzt
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Hey du,
dann mal guten Appetitt.Es ist schön mal wieder was von dir zu lesen.

Gruß Mama

Kommentar von Mama

Hey Bienchen,
schön wieder von dir zu hören und zu sehen.
Die Tiere die du triffst, werden auf jeden Fall immer größer – eine Steigerung ist fast unmöglich (hoffe ich mal!). Kompliment an deine WG – euer soziales Engagement ist super (die brauchen es wirklich).
Nebenbei: schön dich im Bikini am Strand zu sehen – wir hatten heute den 1. Schnee.
Tschüss und viele Grüße wieder von uns allen!
Deine Wangener

Kommentar von Gotte




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