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… manche nennen es auch Fallschirmsprung
Das war mein Abenteuer für letztes Wochenende.
Geplant war am Samstag zu springen. Wir sind schon am Freitag nach Grahamstown angereist, um am Samstagmorgen nicht den ganzen Weg dort hin fahren zu müssen. Genächtigt haben wir in einem Gefängnis. Nein, nicht weil wir uns nicht anständig aufgeführt haben… sondern weil das zu einem Backpacker umgebaut wurde. War nun nicht eines der komfortabelsten Backpacker, die ich hier hatte. Aber ein Knast ist normalerweise ja auch kein 5 Sterne Hotel
War aber trotzdem cool, weil man das Gefängnis auf jeden Fall noch erkennen konnte.
Samstagmorgen hatte dann leider das Telefon geklingelt… das Wetter sei zu schlecht zum Springen. Und tatsächlich war es ziemlich bewölkt. So sind wir dann unverrichteter Dinge wieder nach East London zurück gefahren, etwas enttäuscht… irgendwie auch erleichtert. Ich hatte mir ja schon seit Donnerstag fast in die Hose gemacht wegen dem Sprung.
Nachdem das Wetter am Sonntag aber wieder gut war, haben wir beschlossen noch mal nach Grahamstown zu fahren. Und es hat sich gelohnt. Auf der Fahrt dort hin noch ein ganz flaues Gefühl in der Magengegend gehabt, ging es dann danach aber so schnell, dass keine Zeit mehr für Aufregung war. Kaum angekommen, hat man mich in einen Overall gesteckt. Ein paar Trockenübungen und schon bin ich im Flieger gesessen. Allein das Erlebnis mit so einem Flugzeug zu fliegen war schon cool – war halt keine Boeing 747. Ca. 20 Minuten hatte es gedauert bis wir unsere Flughöhe von ca. 10.000 Fuß erreicht hatten. Obwohl mein Tandempartner immer wieder versucht hat mich zu verarschen mit Kommentaren wie „oh, da ist ja ein Karabiner kaputt“, war ich recht ruhig. Bis dann der erste raus gesprungen ist und ich praktisch gezwungen wurde dem hinterher zu schauen. Aber dann wars schon zu spät, sich die ganze Sache noch mal anders zu überlegen
5 Minuten später war nämlich ich schon dran. War schon ein komisches, aber recht cooles Gefühl am Flugzeug zu hängen und keine Kontrolle mehr darüber zu haben, wann man raus geschupst wird. Nach dem: „I´m ready now“ ging es dann mit ca. 200 km/h nach unten… mit ein paar Purzelbäumen bis dann nach einer Weile freiem Fall der Schirm gezogen wurde. Da waren wir noch über den Wolken und sind dann mit dem Fallschirm durch die Wolken geflogen. Eigentlich muss es schweinekalt da oben gewesen sein und die Wolken sollen wohl auch nass gewesen sein. Ich hatte nichts gespürt. So viel Adrenalin im Körper, dass man kein Gefühl für Raum, Zeit und andere Gegebenheiten hatte. Ich hatte nur gemerkt, dass ich während dem freien Fall keine Luft bekommen habe.
Nach den Wolken, durfte ich dann den Fallschirm steuern… was ich erst mal gar nicht wollte. Wollte nicht die Kontrolle über unser „Leben“ übernehmen
Aber ich hatte die beiden „Zügel“ schneller in der Hand als ich nachdenken konnte. War dann aber doch ganz cool die Kurven zu fliegen und es selber zu steuern. Leider kam der Boden dann auch immer näher und der Spaß war vorbei. Bin gelandet und wäre am liebsten gleich noch mal hoch
Hatte dann noch Stunden später das Grinsen im Gesicht. War echt super! Eigentlich unbeschreiblich… Gribbeln im Bauch, unglaubliches Gefühl von Freiheit, das Gefühl die Kontrolle über sich selbst zu verlieren und ein unheimliches Vertrauen zum Tandempartner (obwohl ich ihn grad mal ne halbe Stunde davor kennen gelernt hatte). Der Text von dem Lied „Über den Wolken“ trifft da genau in Schwarze. In diesem Moment, wenn man raus springt, hat man wirklich ein Gefühl von grenzenloser Freiheit und alle Ängste und alle Sorgen erscheinen auf einmal nicht mehr wichtig.
So, bevor ich jetzt aber melankonisch werde… noch was anderes, was ich letzte Woche erlebt habe. Ich war auf Tuchfühlung mit Elefanten. Bin sie zwar schon geritten, aber füttern und streicheln ist doch noch mal anders. Einfach cool, wenn ein Elefant einen mit seinem Rüssel abschlabbert. Der Rüssel fühlt sich an wie ein Baumstamm, wobei der Rest vom Elefanten eigentlich recht weich ist – trotz der vielen Falten
So, in diesem Sinne… bis zum nächsten Mal!