Gespeichert unter: Südafrika 2008
Und mir geht’s gut. Sorry, dass ich mich wochenlang nicht gemeldet habe… irgendwie hab ich die Zeit nicht gefunden und irgendwie gab es auch nicht so viele spannenden Sachen zu erzählen – HILFE… der Alltag ist hier eingekehrt…
Die letzten drei Wochenenden hab ich mich hauptsächlich in der Sonne am Strand geräkelt. Es wird jetzt doch tatsächlich wärmer hier… Wenn es keine Wolken hat, kann man es sehr gut mit Bikini aushalten und auch die ersten Schwimmversuche im stürmischen Meer hab ich schon unternommen. Herrlich… das Schönste an der Sache ist, dass der Strand ja nur ca. 5 Minuten entfernt ist.
Dennoch möchten wir ja aber auch andere Strandabschnitte in Südafrika kennen lernen, deswegen haben wir uns an einem Wochenende ein Haus am Strand gemietet und letztes Wochenende haben wir in einem Backpacker direkt am Strand genächtigt.
Das wärmere Wetter lässt nun auch meine Freunde „die Spinnen“ aufwachen… nicht die kleinen, nein, wir leben hier in einem Land, da sind die so groß, dass man die als Haustier halten kann.
Auch die Frösche (ich nenn sie mal Frösche… vielleicht sind es auch Kröten, was ich aber prinzipiell ekliger finde) haben hier gerade Balzzeit. Täglich ab 19 Uhr bis 5 Uhr morgens direkt vor meinem Zimmerfenster. Nachdem mein Zimmerfenster bis fast zum Boden geht, bin ich nun gezwungen mein Fenster zu schließen, weil mein Zimmer neben den Spinnen, Eidechsen, Käfer, Hunden und Katze keine Kapazität mehr für Frösche hat. Und Frösche küssen brauch ich ja nicht mehr
Außerdem habe ich mein Glück mit Whale watching noch mal versucht. Und tatsächlich haben sich diese possierlichen Tierchen dieses Mal gezeigt… waren zwar nicht in bester Laune. Hätte ja schon erwartet, dass die ein bisschen springen oder so, aber mehr als ne Flosse kam da nicht. Trotzdem sehr beeindruckend, wie groß die sind. Hatte schon Angst, dass die das vielleicht nicht so spaßig finden, wenn wir mit unserem kleinen Boot so nah an sie ran fahren, aber sind sie wohl gewohnt oder vielleicht dachten sie ja auch, dass wir ein Wal sind… Nach einer Stunde war ich dann aber wiederum froh, festen Boden unter den Füßen zu haben. Dieses Geschaukel ist halt auf Dauer nichts, vor allem wenn man jemanden neben sich sitzen hat, der schon ganz weiß im Gesicht ist und dann nur noch hofft, dass der Wind in die richtige Richtung weht
Gleich nach dem Whale watching sind wir los zu einer Xhosa Experience Tour. Sind in ein kleines Dorf gefahren und haben dort den restlichen Tag verbracht. Wir waren in einer Kirche und haben einen Gottesdienst miterlebt. Danach gings zurück ins Dorf. Dort wurde für uns getanzt und uns einiges über die Kultur hier erzählt. Typisches Xhosa Essen als Mittag – das kannte ich ja nun schon und bin ja eher weniger begeistert davon.
Es ist einfach krass wie die dort leben. Zumindest für uns ist es kaum fassbar, dass man noch so hinterm Mond leben kann (was nun keinesfalls wertend sein soll). Richtig schlimm ist, wie sie über HIV denken und wie man sich dagegen schützen kann. Da werden den kleinen Kindern schon Märchen erzählt, wo ich mir nur denke, ob die Erwachsenen das wirklich auch glauben. Einerseits sicherlich, weil das schon mit einer sehr großen Überzeugung rüber kam, andererseits gibt es hier genug Aufklärungsprogramme…
Wenn man das so sieht, möchte man einfach helfen. Deswegen haben wir uns nun auch überlegt, uns ein bisschen sozial zu engagieren. Wir bauen hier nun gerade ein Projekt in einem der Townships hier in der Stadt auf. Es gibt hier bessere und schlechtere Townships. Das, in dem wir gerade tätig sind, ist auf jeden Fall eines der Schlechteren. Man hat dann schon ein bisschen Angst bzw. ein mulmiges Gefühl, wenn man dort durchfährt.
Wir unterstützen dort eine Schule und einen Kindergarten. Hauptsächlich die Schule, weil es dort größeren Bedarf gibt und, weil die Schule auch eher am Rand liegt und nicht mitten drin wie der Kindergarten. Als wir das erste Mal dort waren, um uns das mal anzuschauen, waren auch Kinder und Eltern da. Die wussten, dass wir kommen und haben uns dann mit Tanz und Gesang begrüßt und hatten ein richtiges Programm für uns vorbereitet. Beeindruckend!
Nach viel Planerei, geht’s nun auch nächsten Samstag los und wir versuchen mal den Computerraum dort auf Vordermann zu bringen und den Kinder mal die ersten Schritte am Computer zu erklären. Das nächste große Event wird eine Abschlussfeier für die Schüler sein, die dann danach in die weiterführende Schule gehen. Wir wollen sie aus dem Township rausholen, so dass sie mal was anderes sehen. Manche von denen waren anscheinend noch nie in der Stadt, die gerade mal 5-10 Minuten mit dem Auto entfernt ist.
Ansonsten haben wir daheim im Bed & Breakfast einen rießen Spaß miteinander… sind ne richtig coole Truppe dort… gemeinsam mit unseren Vermietern. Die sind glaub ich auch richtig traurig, wenn wir alle gehen. Für über die Hälfte geht es nämlich Anfang Dezember wieder heim.
Hab auch mal ein paar „Party-Bilder“ hochgeladen, dass ihr seht dass es mir gut geht…
So, nun verabschiede ich mich aber mal wieder…. mein flambierter Büffel wartet schon auf mich
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… manche nennen es auch Fallschirmsprung
Das war mein Abenteuer für letztes Wochenende.
Geplant war am Samstag zu springen. Wir sind schon am Freitag nach Grahamstown angereist, um am Samstagmorgen nicht den ganzen Weg dort hin fahren zu müssen. Genächtigt haben wir in einem Gefängnis. Nein, nicht weil wir uns nicht anständig aufgeführt haben… sondern weil das zu einem Backpacker umgebaut wurde. War nun nicht eines der komfortabelsten Backpacker, die ich hier hatte. Aber ein Knast ist normalerweise ja auch kein 5 Sterne Hotel
War aber trotzdem cool, weil man das Gefängnis auf jeden Fall noch erkennen konnte.
Samstagmorgen hatte dann leider das Telefon geklingelt… das Wetter sei zu schlecht zum Springen. Und tatsächlich war es ziemlich bewölkt. So sind wir dann unverrichteter Dinge wieder nach East London zurück gefahren, etwas enttäuscht… irgendwie auch erleichtert. Ich hatte mir ja schon seit Donnerstag fast in die Hose gemacht wegen dem Sprung.
Nachdem das Wetter am Sonntag aber wieder gut war, haben wir beschlossen noch mal nach Grahamstown zu fahren. Und es hat sich gelohnt. Auf der Fahrt dort hin noch ein ganz flaues Gefühl in der Magengegend gehabt, ging es dann danach aber so schnell, dass keine Zeit mehr für Aufregung war. Kaum angekommen, hat man mich in einen Overall gesteckt. Ein paar Trockenübungen und schon bin ich im Flieger gesessen. Allein das Erlebnis mit so einem Flugzeug zu fliegen war schon cool – war halt keine Boeing 747. Ca. 20 Minuten hatte es gedauert bis wir unsere Flughöhe von ca. 10.000 Fuß erreicht hatten. Obwohl mein Tandempartner immer wieder versucht hat mich zu verarschen mit Kommentaren wie „oh, da ist ja ein Karabiner kaputt“, war ich recht ruhig. Bis dann der erste raus gesprungen ist und ich praktisch gezwungen wurde dem hinterher zu schauen. Aber dann wars schon zu spät, sich die ganze Sache noch mal anders zu überlegen
5 Minuten später war nämlich ich schon dran. War schon ein komisches, aber recht cooles Gefühl am Flugzeug zu hängen und keine Kontrolle mehr darüber zu haben, wann man raus geschupst wird. Nach dem: „I´m ready now“ ging es dann mit ca. 200 km/h nach unten… mit ein paar Purzelbäumen bis dann nach einer Weile freiem Fall der Schirm gezogen wurde. Da waren wir noch über den Wolken und sind dann mit dem Fallschirm durch die Wolken geflogen. Eigentlich muss es schweinekalt da oben gewesen sein und die Wolken sollen wohl auch nass gewesen sein. Ich hatte nichts gespürt. So viel Adrenalin im Körper, dass man kein Gefühl für Raum, Zeit und andere Gegebenheiten hatte. Ich hatte nur gemerkt, dass ich während dem freien Fall keine Luft bekommen habe.
Nach den Wolken, durfte ich dann den Fallschirm steuern… was ich erst mal gar nicht wollte. Wollte nicht die Kontrolle über unser „Leben“ übernehmen
Aber ich hatte die beiden „Zügel“ schneller in der Hand als ich nachdenken konnte. War dann aber doch ganz cool die Kurven zu fliegen und es selber zu steuern. Leider kam der Boden dann auch immer näher und der Spaß war vorbei. Bin gelandet und wäre am liebsten gleich noch mal hoch
Hatte dann noch Stunden später das Grinsen im Gesicht. War echt super! Eigentlich unbeschreiblich… Gribbeln im Bauch, unglaubliches Gefühl von Freiheit, das Gefühl die Kontrolle über sich selbst zu verlieren und ein unheimliches Vertrauen zum Tandempartner (obwohl ich ihn grad mal ne halbe Stunde davor kennen gelernt hatte). Der Text von dem Lied „Über den Wolken“ trifft da genau in Schwarze. In diesem Moment, wenn man raus springt, hat man wirklich ein Gefühl von grenzenloser Freiheit und alle Ängste und alle Sorgen erscheinen auf einmal nicht mehr wichtig.
So, bevor ich jetzt aber melankonisch werde… noch was anderes, was ich letzte Woche erlebt habe. Ich war auf Tuchfühlung mit Elefanten. Bin sie zwar schon geritten, aber füttern und streicheln ist doch noch mal anders. Einfach cool, wenn ein Elefant einen mit seinem Rüssel abschlabbert. Der Rüssel fühlt sich an wie ein Baumstamm, wobei der Rest vom Elefanten eigentlich recht weich ist – trotz der vielen Falten
So, in diesem Sinne… bis zum nächsten Mal!
Gespeichert unter: Südafrika 2008
Und wieder hab ich eine Reise getan… letzten Mittwoch gings los in das Königreich Lesotho. Mittwoch war hier Feiertag und dann bietet sich so was natürlich an
Lesotho gehört nicht zu Südafrika, wird aber komplett von Südafrika umgeben. Und wenn man in Lesotho ist kommt man sich wirklich vor wie in Afrika.
Anscheinend hatte es da letzte Woche auch noch Schnee… und jeder meinte, wir sollen uns auch warm anziehen – wir werden sicherlich frieren. Gut, also auf zum Einkaufen: Winterjacke, Schal, Mütze und Handschuhe. Wir waren gewappnet. Das Wetter hatte sich dann aber wohl zum positiven entwickelt – Sonnenschein, blauer Himmel und zwischen 15 und 25 Grad. Aber es ist auch total wichtig, in Südafrika mal ne Winterjacke gekauft zu haben
Dienstagabend hatten wir noch ein wenig Ärger mit der Autovermietung. Hatten uns drei Geländewagen gemietet, weil Straßen gibt es in Lesotho nicht… nach drei Stunden hatten wir aber unsere Fahrzeuge und unserem Urlaub stand nichts mehr im Wege.
Um 5 am nächsten Morgen gings los. Ganz schön früh, aber hatten ne ganz schöne Strecke vor uns. Abends um 5 sind wir im Backpacker angekommen. Hatten so runde Häuschen zum Schlafen und um 10 war dann kein Strom mehr da… Nur noch Lagerfeuer… wenn das mal nicht „back to the roots“ ist
Lagerfeuer war aber echt cool. Mitten im Wald, der Sternenhimmel über einem und dann noch mit der Gitarre Lieder singen. Wie damals im Ferienlager….
Am nächsten Tag hatten wir ne ganz tolle Idee: Lesotho auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Ich war ja total begeistert von der Idee. Meine Begeisterung konnten schon anfangs nicht alle teilen und ich dann auch nicht mehr, als ich auf diesem Hengst gesessen bin. So ein Pferd kann schon ganz schön hoch sein (es waren anscheinend nur Ponys…). Gut, an die Höhe gewöhnt und langsam locker geworden und aufrecht gesessen und nicht mit den Armen um den Hals vom Pferd, ging es dann los. Berg auf, berg ab. Berg auf ist sehr angenehm, sag ich euch…. Berg ab überhaupt nicht… vor allem in den Bergen. Ein falscher Schritt vom Pferd und ich wäre mit Fury in den Tod gestürzt und so kräftig hat er beim Besten Willen nicht ausgesehen. Nach der ersten Pause hat mir dann mein Arsch schon so weggetan, dass ich für mich beschlossen hatte, keinen neuen Sport für mich entdeckt zu haben
Am Schluss sind wir dann aber auch noch ein bisschen galoppiert und das war dann wiederum ziemlich cool. Mal schaun, ob ich das hier in East London am Strand doch noch mal wiederhole.
Den dritten Tag haben wir dann wieder komplett im Auto verbracht… von links nach rechts durch Lesotho. Beeindruckend! Aber auch anstrengend, weil wie schon erwähnt, sind die Straßen nicht gerade ausgebaut dort. Im Backpacker am Sani Pass angekommen, hatten wir dieses mal auch etwas länger Strom
Am vierten Tag sind wir noch ein bisschen gewandert. Die Wanderung hätte ca. 3 -4 Stunden dauern sollen. Wir haben 6 Stunden gebraucht. Vielleicht lag es daran, dass wir irgendwann den falschen Weg eingeschlagen haben. Sind mitten im Berg gestanden, weit und breit kein Weg mehr. Wo solls nun lang gehen…. Gerade aus, nach unten oder nach oben. Schien alles nicht so die beste Idee. Aber todesmutig, wie wir ja schon beim Ausritt mit den Pferden waren, haben wir es gemeistert und sind gerade so beim Einbruch der Dunkelheit nach Hause gekommen.
Am 5. Tag war dann wieder Autofahren angesagt…. Somit sind wir 3 von 5 Tagen im Auto gesessen. Aber war trotzdem sehr toll und erlebnisreich.
Bilder kommen noch – Geduld!
Wrid wohl erst Sonntag werden… nachdem morgen Abend bzw. Samstag schon das nächste Abenteuer wartet.
Dazu aber mehr nächste Woche – wenn ich dann noch schreiben kann