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Letzte Woche war geprägt von meiner Toilette… oder ist meine Toilette nun geprägt von mir…?! Na ja, wir werden es wohl nie erfahren. Und ich dachte schon, dass mein Zwieback und meine Hühnersuppe, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, nicht zum Einsatz kommen. Aber dem war nicht so. Ist nun vernichtet und ich war froh, dass ich es dabei hatte.
Ich möchte nicht ins Detail gehen. Nachdem meine Mitbewohnerin schon meinte: „Sabine, please, I´m eating at the moment!“ Aber Tschuldigung, mit irgendjemand muss ich doch über meine Probleme reden
Nach 6 Wochen Peking hat mein Magen sehr spürbar geäußert, dass er keine Lust mehr auf chinesisches Essen hat. So hab ich seinem Willen nachgegeben und habe zwei Tage lang nur Wasser und Brot zu mir genommen. Und ich habe, nachdem ich einen Tag lang nur Kamillentee in mich hineingeschüttet habe, von meiner Mitbewohnerin erfahren, dass das gar kein Kamillentee ist. Ich dachte noch, der schmeckt aber anders als in Deutschland. Aber nach einer Weile hier in China, wundert man sich über so was nicht mehr. Sie erklärte mir dann, dass dieser Tee, hier für bzw. gegen Verstopfung getrunken wird. Naja…. Kann nun nicht behaupten, dass ich unter Verstopfung gelitten hatte
und danach wunderte ich mich auch nicht mehr, warum es meinem Magen nach der „Teekur“ nicht besser ging
Und was hab ich daraus gelernt?? Man sollte sich nicht immer nur auf die Bilder auf der Verpackung verlassen – hätte wetten können, dass es Kamillen waren.
Und was noch?? Wenn schon die Chinesen sagen, dass das Mittagessen komisch schmeckt, sollte ich nicht noch den ganzen Teller in mich reinschaufeln.
Aber am Wochenende war ich dann wieder einigermaßen fit. So fit, dass ich mich gleich ins nächste Abenteuer geschmissen habe – mit dem Fahrrad durch Peking. Manche würden das vielleicht als lebensmüde bezeichnen… zumindest alle, die den Verkehr hier kennen. Da wird für einen Fahrradfahrer nicht gebremst. Der Fahrradfahrer wird höchstens angehupt, so dass der Aufprall nicht ganz so überraschend kommt.
Aber wenn man dann auf dem Fahrrad sitzt, ist es gar nicht mehr so schlimm. Man passt sich recht schnell an den Verkehr an. Und ich muss dazu sagen, dass wir uns hauptsächlich in den Hutongs aufgehalten haben, wo der Verkehr zivilisierter ist.
Jetzt fragt sich der ein oder andere vielleicht was Hutongs sind. Wikipedia weiß die Antwort
Hutongs (chin. 衚衕 / 胡同, hútong) sind enge Gassen, die in Peking bis in die 1990er Jahre hinein eine der vorherrschenden traditionellen Wohnbebauungen waren. Sie werden aber auf Grund der Umgestaltung des Stadtzentrums zunehmend seltener.
Mein Reiseführer sagt, dass momentan noch 20% der Bevölkerung dort lebt.
Die leben wirklich auf der Straße und eine Straße weiter steht ein 5-Sterne Hotel. Dieser Gegensatz ist schon krass. Und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass mitten in Peking die Menschen noch so arm leben. Und viel krasser ist eigentlich, dass das als eines der Touristen To Do´s gilt. Wir sind praktisch durch deren Wohnzimmer gefahren.
Mittags war ich dann noch mal im Lamatempel. Ich wollte dort Buddhafiguren weihen lassen. Meine Mitbewohnerin hatte mir erzählt, dass es dort ein Lama gibt, was dies macht. Total voller Spannung bin ich also in den Tempel gefahren und hatte mich ja schon gefragt, wie ein Lama wohl meine Buddhas weihen wird. Naja, zu meiner Enttäuschung stand da dann nicht DAS Lama, sondern DER Lama. Soviel zur interkulturellen Kommunikation
. War trotzdem spannend so eine buddhistische Weihung mitzuerleben. Und ich glaub ich war die Erste die Buddhas weihen hat lassen. Der Lama hat mich nämlich ganz schön entgeistert angeschaut, als ich meine 6 Buddhas vor ihm auf dem Tisch aufgebaut hatte. Vielleicht lag es aber auch an der Plastiktüte, aus der ich meine Buddhas hervorgezaubert hatte. Wahrscheinlich ist so ne Plastiktüte den Buddhas nicht würdig
Für den Sonntag hatte ich mich spontan zu einem Tai Chi Kurs angemeldet. Warum ich das gemacht hab, dürft ihr mich nicht fragen. Weil genau das hatte ich mich nach der ersten viertel Stunde im Kurs auch gefragt. Ich fand Tai Chi in Deutschland schon nicht toll, aber wer weiß, vielleicht ist es ja in China was anderes. Muss man ja einfach mal ausprobieren. Was anders war, war dass wir das in einem öffentlichen Park praktizierten, ich die einzige Deutsche war und die Lehrerin nur Chinesisch konnte. … hatte also ohne Probleme verstanden was sie erzählt hat. Und zudem dachte ich, dass es ein Anfängerkurs sei – falsch! Die hatten schon so ca. 15 Stunden. Und ich mit meinen zwei oder drei Stunden in Deutschland, konnte da natürlich nicht mithalten.
Kam mir auf jeden Fall etwas unbeholfen vor, und die zuschauenden Parkbesucher haben die Sache für mich nicht angenehmer gemacht. Aber nach einer Stunde hatte ich die Bewegungen und Figuren so einigermaßen drauf und es hat dann sogar ein bisschen Spaß gemacht
Letztendlich war es dann schon toll, Tai Chi von einer Chinesin (sie ist Olympiatrainerin) beigebracht zu bekommen. Sie war schon älter und hat so weise gewirkt – hat noch ein paar schlaue Lebensweisheiten los gelassen
Und ein riesen Fortschritt am Wochenende… zwei Wochen vor meiner Abreise kann ich endlich mit den Taxifahrern kommunizieren
. Ich brauch keine Visitenkarte von meiner Wohnung mehr – sie verstehen mich endlich, auch wenn es manche total witzig finden, wenn ich mit ihnen spreche. Einer war total freundlich und fand es wohl total toll, dass ich versuche chinesisch zu sprechen und hat mit mir auf dem Heimweg geübt, den Straßennamen richtig auszusprechen.
Wobei ich am Wochenende auch ausgiebig die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt habe. Immer wieder ein Erlebnis – sowohl für mich als auch für die Chinesen. Die hatten sich glaub ich jedes Mal gefragt „Was ist denn das, was da in der Bahn steht?!“.
Bin halt doch ein Exote hier.
Und seit meiner letzten Fahrt mit der Subway hab ich ne neue chinesische Freundin. Sie saß neben mir und hat mich mit ihrem bisschen Englisch angesprochen und fragte „Can we make friends?“ Total süß und da sagt noch mal jemand, man komme mit den Chinesen nicht in Kontakt
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Letzte Woche war mal „Essen“ angesagt und das nicht nur beim „Suppen-Japaner“ oder „Spieß-Chinesen“ um die Ecke.
Nachdem die Visa-Stelle mir nahe gelegt hatte, bei meinen Sightseeingtouren Tibet außen vor zu lassen
, hab ich mir Tibet nach Peking geholt. Ich war in einem der wenigen tibetischen Restaurants in Peking. Kaum drin gesessen, kam man sich vor wie in einer anderen Welt – zumindest nicht mehr wie in Peking. Das Ambiente war cool – singende und tanzende Tibeter, die irgendwann im ganzen Restaurant getanzt haben und auch die Gäste miteinbezogen hatten. So hat man sich irgendwann mehr als auf einem Familienfest gefühlt, als ich einem Restaurant. Und auch das Essen war anders – Yak durfte dabei natürlich nicht fehlen. War lecker, aber fettig – nachdem mich Fett am Fleisch nicht unbedingt begeistert, war es sehr mühsam diesen zähen Büffel zu essen… versucht mal mit Stäbchen Fett vom Fleisch zu trennen
.
Schweden… ich war nicht schwedisch essen, aber beim Tibeter wurde ich von einem Schweden begleitet, der mit mir im Flugzeug von Hong Kong nach Peking saß und auf Geschäftsreise in Peking unterwegs war. Er hat mir super viel über Schweden erzählt, was wirklich interessant war, weil ich Schweden bisher nur mit IKEA in Verbindung gebracht habe.
Dann waren wir letzte Woche auch noch typisch chinesisch essen – Hot Pot. Man könnte auch chinesisches Fondue sagen. Sehr lecker und der mit Nudeln tanzende Chinese war dann noch das i-Tüpfelchen.
Und auch mal wieder deutsch gegessen – braucht man ab und zu einfach. Aber nicht hier im Paulaner oder in einem sonstigen deutschen Restaurant. Nein!! Wir haben gegrillt… bei uns im Garten… Grill und Kohle gekauft, richtig „deutsches“ Baguette, Salat – und los gings. Auch wieder sehr lecker!
Am Sonntag war ich hier beim Fotograf. Ist super günstig hier und man bekommt doch sehr viel für das wenige Geld. Hatte den ganzen Tag gedauert und am Ende des Tages war ich dann froh, dass es vorbei war. Den ganzen Tag in die Kamera zu lächeln, kann doch auch anstrengend sein.
Und so zog eine weitere Woche wie im Flug (mit dem stärksten Smog der letzten Wochen) ins Land.
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Ich bin ein Beijinger – zumindest für die nächsten 30 Tage.
Die Ausreise nach Hong Kong und Einreise nach China waren problemlos und nun kann ich bis zum 12. Juli in Peking bleiben.
Der Trip nach Hong Kong war genial – mir fehlen echt die Worte. Hong Kong vereint so viele unterschiedlichen Dinge – das alte Hong Kong, die neuen, modernen Wolkenkratzer, der Hafen und kaum 30 Minuten weiter im Süden einen Strand, von dem man nur träumen kann. Es liegt alles sehr nahe beieinander, so dass man Hong Kong zum Teil zu Fuß erkunden kann. Die Leute sind auch sehr freundlich und hilfsbereit dort. So hab ich Max, ein in Hong Kong lebenden Pakistaner, kennen gelernt, der mich dann spontan am Samstagnachmittag für ne Stunde durch Hong Kong geführt hat.
Der Verkehr ist auch deutlich besser als in Peking. Zum Großteil gibt es nur zweispurige Straße und man fährt auch zivilisierter.
Das Wetter hatte nun nicht unbedingt ein Einsehen mit mir. Wobei wenn man bedenkt, dass noch eine Woche davor Hong Kong fast unter Wasser stand, waren die Regenfälle am Wochenende wohl harmlos.
Zudem war die Zeit in Hong Kong viel zu kurz. Nachdem ich 3 Stunden später als erwartet im Hotel ankam, war der Freitag somit schon so gut wie gelaufen. Der Flug hatte Verspätung und insgesamt hatte ich schon angenehmere Flüge – ich weiß jetzt was Luftlöcher sind. War alles sehr beunruhigend und die Stewardess, die gegenüber von mir saß und krampfhaft versucht hat sich im Sitz festzukrallen, hat mir nun auch nicht unbedingt ein sichereres Gefühl vermittelt.
Der erste Eindruck von Hong Kong war anders als erwartet und vor allem ist es anders als Peking. Mein Hotel war im alten Hong Kong und dort sieht es teilweise ziemlich runtergekommen aus, was aber schon wieder ein gewisses Flair hat – zumindest bei Tag. Bei Nacht weniger, so kam es dann schon vor, dass man auf dem Weg heim in der Dunkelheit über Menschen gestolpert ist, die auf der Straße schliefen. Ist für schreckhafte Persönlichkeiten wie mich eher weniger was, aber bin trotzdem gut im Hotel angekommen. Kaum 5 Minuten weiter war dann das Barviertel, wo das Nachtleben tobte – krasser Gegensatz.
Eigentlich blieb mir ja nur der Samstag in Hong Kong – Freitag spät angekommen, Sonntag wieder recht früh los Richtung Flughafen. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten (Orientierungsschwäche meinerseits, kein Geld da fremde Währung – Geldautomat unauffindbar) hab ich mich aber glaub ich ganz gut geschlagen und hatte dann letztendlich sehr viel von Hong Kong gesehen, zumindest was man so alles an einem Tag sehen kann: Hafenpromenade bei Tag und Nacht, Victoria Peak mit der Peak Tram, Fahrt mit der Star Ferry und der Tram, Symphony of Lights, Ladiesmarket, Temple Street Nightmarket, Avenue of Stars, SoHo, Lan Kwai Fong und last but not least shopping.
Und jetzt heißt es dann erst mal wieder arbeiten und Peking erleben. Was ganz schön ist, weil so Wochenendtrips doch auch anstrengend sein können.
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… endlich kommt wieder ein Bericht
…
Mir geht’s gut, kam aber erst Montag Nacht von unserem 5-tägigen Inseltrip zurück und es hat einfach ne Weile gedauert bis ich von den 600 Bildern die schönsten für euch rausgesucht habe
Das verlängerte Wochenende in Hainan war super. Auch wenn das Wetter nicht so wirklich mitgespielt hatte. Die ersten beiden Tage hatte es immer wieder geregnet. Aber es war trotzdem so heiß, dass uns der Regen nicht vom Strand abgehalten hatte. Und die Sonne hatte auch trotz dicken Regenwolken ordentlich gebrannt.
Am Donnerstagabend angekommen, hatten wir erst mal unsere Zimmer bezogen. Wir sind in einem Backpacker abgestiegen und mein erstes Zimmer war einfach nur eklig. Das Licht im Bad hat nicht wirklich funktioniert – ne Kerze hätte wahrscheinlich mehr Licht gegeben. Aber wahrscheinlich war es besser, dass ich nicht so genau gesehen hab, was da außer mir noch lebt.
Danach sind wir zum Essen – eine Pizzeria im griechischen Style. Prinzipiell ganz hübsch – aber wir hatten ungebetene Gäste am Tisch :-) Seit dem Abend weiß ich, dass Ratten Geräusche wie Vögel von sich geben. Ich vermute mal, dass es die Hausratte war. War sehr gut genährt und hat sich öfters an dem Abend blicken lassen. Auch Kakerlaken sind immer mal wieder über die Tische gezischt… aber das Essen war lecker
Am nächsten Tag hatte ich dann ein neues Zimmer bekommen. Das Licht im Bad hatte dann auch funktioniert. Dadurch hatte ich auch die Ameisenstraße quer durch das Zimmer gesehen. Wer zum Teufel kam auch die Idee in eine Hostel für 6 Euro die Nacht zu gehen?? – Ich nicht!
Was dort aber ganz spaßig war, war der Chef. Mit dem haben wir dann auch einen feuchtfröhlichen Abend an der Rezeption verbracht. Er konnte zwar nur schlecht Englisch, aber irgendwie kann man sich doch verständigen. Und nun kennen wir auch zwei chinesische Trinkspiele.
Die Tage über waren wir dann an verschiedenen Stränden. Der schönste davon war auf einer weiteren Insel. Mussten mit dem Boot dort hinfahren. Aber war echt super schön dort.
Am letzten Tag waren wir noch im Regenwald. Ich dachte, dass wir da mit einem Auto durchfahren. Aber nein, wir haben den zu Fuß erkundet, was bei der Luftfeuchtigkeit und Hitze doch recht anstrengend war.
Ja, und nicht zu vergessen ist natürlich die EM. Da habt ihr in Deutschland ja den unheimlichen Vorteil, dass die EM während des Tages übertragen wird. Rechnet mal 6 Stunden drauf…. genau, Deutschland hatte bei uns nachts um 3 Uhr gespielt. Und Hainan hatte es uns nicht leicht gemacht, dieses Spiel in der Öffentlichkeit mitzuverfolgen. Der Besitzer einer amerikanischen Bar hatte uns versprochen, dass er seine Bar bis morgens 5 Uhr offen lässt und so sind wir dort mit unseren Deutschlandtrikots aufgeschlagen. Nur war ihm dann um 3 Uhr der Umsatz doch zu gering und er hat noch vor Beginn des Spieles zugemacht. Sind dann in die nächste Disco und da hatten sie es tatsächlich übertragen. Wir waren die Stars mit unseren Trikots dort, was aber auch die Besitzer letztendlich nicht davon abgehalten hatte, die Disco nach der ersten Halbzeit zu schließen
Der Flug mit ausschließlich Chinesen an Bord war auch interessant. Die schlafen auf den ausklappbaren Tischen. Hatte ich sonst noch nicht so gesehen. Hab es dann auch selber versucht, weil es bei denen so bequem ausgesehen hatte. Aber ich glaub das ist nichts für große Menschen – mir hat es dabei den Magen abgeklemmt.
Auch das Verhalten nach der Landung ist ein bisschen anders als gewohnt. Das Flugzeug war kaum auf dem Boden, sind alle aufgesprungen und haben panisch ihr Handgepäck aus den Gepäckfächern geholt. Und wenn man da nicht mitmacht, wird man überrannt. Das gleiche am Kofferband. Unglaublich!
Zudem hatte ich ein sehr sympathisches Pärchen neben mir sitzen. Während des Flugs hatten die streiten angefangen. Sie ist dann in Tränen ausgebrochen und hat mit ihm den Rest des Fluges nicht mehr geredet. Am Ende des Fluges hat sie ihm dann ins Gesicht gespuckt und dann war wieder Friede, Freude, Eierkuchen.
Manchmal denkt man hier echt, dass es gar nicht sein kann, was man gerade sieht.
Zurück in Peking war die Temperatur zwar wieder angenehm, aber man hat doch deutlich den Smog gemerkt. Hat typisch nach Peking gerochen – die Luft in Hainan war wohl doch besser. Was mir aber erst aufgefallen ist, als ich wieder zurück in Peking war.
Bevor wir nach Hainan geflogen sind, war ich noch in Peking auf dem Nightmarket. Dort gibt es kulinarische Spezialitäten. Paula, ich weiß nun auch wo die Fotos von der PowerPoint Präsentation aufgenommen wurden
Ich denke die Bilder auf meiner Fotoseite sprechen für sich.
An manchen Ständen hatte es echt widerlich gestunken, an manchen zart geduftet.
Letztendlich hatte ich dann eine Schlange versucht und einen Seestern. Zu meiner Verwunderung war der Seestern innen schwarz. Hatte dann kurz Zweifel, aber nachdem ich noch lebe, haben Seesterne wohl ein schwarzes Fleisch. Heuschrecke oder so was Kleines hätte ich noch gerne probiert, aber das gab es leider nicht. Und die Maden waren definitiv zu groß und zu dick.
So, ich verabschiede mich dann heute schon wieder ins Wochenende. Hab morgen noch mal frei, weil ich nach Hong Kong muss. Ja, ich muss. Meine ersten 30 Tage in China sind vorbei und ich muss nun ausreisen, um die nächsten und letzten 30 Tage zu bekommen.
Ist schon aufregend – zum einen fliege ich alleine nach Hong Kong und zum anderen hoffe ich, dass die mich dann am Sonntag auch wieder zurück nach Peking lassen. Man hat schon von Leuten gehört, die nicht mehr einreisen durften. Ist momentan ja alles nicht so einfach mit dem Visum.
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… – die Zeit rast hier.
Erst mal ein Kommentar zu meiner/unserer Arbeitsmoral hier. Wollte durch meinen Blog nicht den Eindruck erwecken, dass hier nicht gearbeitet wird. NATÜRLICH arbeiten wir hier auch. Tztztz, ich bin hier doch nicht zum Spaß! Ich sammle hier auch im Arbeitsleben wertvolle interkulturelle Erfahrungen, die ich so schnell wohl nicht mehr vergessen werde.
Aber es ist für euch wohl eher weniger interessant seitenweise über mein tägliches Geschäft zu lesen und Fotos anzuschauen, die mich bei der Arbeit zeigen.
Von was ich natürlich hier bei der Arbeit Fotos hätte machen können, sind die Fische, die meine Kollegin letzte Woche dabei hatte. Lecker Fisch… mmh… getrocknet… mmh. Die hatte sie mir dann auf dem Tisch gelegt – ob ich mal probieren möchte. Hab dankend abgelehnt. War einfach noch zu früh am Morgen – verkraftet mein Magen nicht. Es hatte dann den ganzen Tag nach Fisch gerochen. Naja, bei uns liegen Gummibärchen oder Schokolade auf dem Tisch, hier halt süße kleine getrocknete Fische – andere Länder, andere Sitten J
Das Wetter spielte letzte Woche auch verrückt. Sonntag war es noch total heiß und dann wurde es wieder kälter und total windig. So einen Wind kenn ich aus Deutschland nicht. War dann abends recht frisch – und hatte keinen Pullis mehr da, weil ich die einem deutschen Kollegen schon wieder nach Deutschland mitgegeben hatte. Wer konnte es denn ahnen, dass man die noch braucht. Aber hoffe mal, dass die kälteren und windigen Tage hier gezählt sind.
Ihr habt wahrscheinlich auch alle folgendes in den Nachrichten mitverfolgt:
„Smog-Alarm in Peking: Neue Messungen haben ergeben, dass die Luftverschmutzung in der chinesischen Hauptstadt wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele so stark ist wie nie zuvor – der Aufenthalt im Freien gilt jetzt offiziell als „gefährlich“.“
Hey, und ich bin dabei J
Hab nach meinem Aufenthalt hier wahrscheinlich ne schwärzere Lunge als ein Kettenraucher.
Wobei ich es gar nicht so schlimm empfinde.
Gut, dass hier ziemlich viel Dreck in der Luft rumschwirrt merkt man in der Wohnung. Jeden Tag eine richtig dicke Staubschicht auf allem. Guckt euch mal das Foto von meiner PC-Maus an – und das nach nur zwei Wochen. Ey und ich schwör, ich wasch mir jedes Mal nach dem Klo die Hände J
Eines der Highlights letzte Woche war das Tappanyaki Essen. War super lecker und war cool dem Koch beim Zubereiten unserer Speisen zuzuschauen. Danach sind wir noch ins Suzie Wong, eine chinesische Disco, in der man auch tatsächlich auf Einheimische trifft. Dort gehen die Chinesen wohl auf Brautschau.
Außerdem ging es letzte Woche auch noch zur Massage. War super – hab gleich mal ein Abo gemacht für die Zeit hier.
Am Wochenende war neben weggehen, dann wieder Sightseeing angesagt: Lamatempel, Konfuziustempel, alter und neuer Sommerpalast.
Die zwei Tempelanlagen sind super schön. Hab auch einen schicken Hut als Souvenir dort mitgenommen. So ein „chinesischer Reisbauer-Hut“. Wollte ihn gar nicht mehr abnehmen – total praktisch bei der Sonne. Im Supermarkt war dann aber auch meine Peinlichkeitsgrenze erreicht und er musste von meinem Kopf weichen.
Der Tag im Sommerpalast war richtig witzig. Die Reiseleitung „Sabine“ hatte, muss ich jetzt mal ganz selbstkritisch zugeben, ein bisschen versagt. So hat unser Weg zum Sommerpalast ca. 3 Stunden in Anspruch genommen, statt normal eine Stunde.
Im Sommerpalast musste ich dann einen herben Verlust verkraften L
Jeder von euch hat sicherlich ein Paar Lieblingsschuhe (zumindest die Frauen unter euch). Die nimmt man überall hin mit, hat die immer an. Naja, so auch ich – meine tollen Leder-FlipFlops. Die haben schon die halbe Welt gesehen – Deutschland werden sie wohl nicht wieder sehen.
War dann doch etwas ungeschickt, mit kaputten Schuhen einen ganzen Tag auf steinigen Wegen im Sommerpalast – ständig bergauf und bergab. Aber ich will ja nicht jammern, hätte ja auch einfach Turnschuhe anziehen können.
Was auch immer wieder witzig ist, dass man für die Chinesen und asiatischen Touristen eine Attraktion ist. Ganz besonders krass war es, als wir uns in chinesische Trachten gepackt haben. Eine Schar von Leuten wollte uns fotografieren. Das nenn ich mal Blitzlichtgewitter.
Ein anderes Highlight letzte Woche, hätte ich fast vergessen, war meine erste Chinesischstunde. War wirklich spaßig. Weiß nicht, ob die Lehrerin es auch so witzig fand, aber ich konnte mich nicht mehr halten vor lachen. Das hört sich alles so witzig an, vor allem wenn Anja und ich das aussprechen.
Prinzipiell ist es gar nicht schwer – zumindest die Grammatik. Um ein vielfaches einfacher als die Grammatik anderer Sprachen. Wenn da dann nicht die vier verschiedenen Töne wären. Anfangs hört man da einfach keinen Unterschied. Und man kann sich die Wörter auch überhaupt nicht ableiten und dadurch auch nur schwer merken. Nach einer Stunde hatte ich schon wieder alles vergessen. Da ist mal wirklich Fleiß angesagt – jeden Tag wiederholen.
Soviel von mir. Ich verabschiede mich dann jetzt mal in meine 3-Tages-Arbeitswoche. Am Donnerstag geht’s auf nach Hainan – das Hawaii Chinas.