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So, schon eine Woche vergangen. Ganz so spektakulär wie meine ersten Tage hier war die erste Woche nicht. Aber ist auch o.k. Auch wenn der Vorfall mit Hund wohl Glück bringen soll, muss ich das dann doch nicht jeden Tag haben und nachdem ich mein Zimmer nicht mehr abschließe, passiert auch so was mit dem Schlüssel nicht mehr.
Am Montag waren wir beim „Flagge runterlassen“. Ist hier ein riesen Event. Die chinesische Flagge ist auf dem Platz des Himmlischen Frieden (Tian’anmen-Platz: der größte befestigte Platz der Welt und der Platz an dem 1989 die Studentendemos stattfanden) und wird jeden Morgen bei Sonnenaufgang gehisst und jeden Abend bei Sonnenuntergang wieder runtergelassen. Da sammeln sich dann Tausende von Chinesen auf dem Platz, um dieses Spektakel mit zu erleben. Und mitten unter den Chinesen natürlich wir, weil auch wir wollten uns das nicht entgehen lassen. Frühes Erscheinen sichert bekanntlich ja die besten Plätze und so mussten wir noch eine Weile warten bis es dann endlich losging. Als die Sonne dann sehr tief stand, wurde die Straße gesperrt und es kam eine Gruppe von Soldaten raus aus der Verbotenen Stadt und rüber über die Straße auf den Tian’anmen Platz im Gleichschritt marschiert. Nachdem eine Runde um den Fahnenmast gedreht wurde (bei vollkommener Stille), wurde die Flagge erst einmal ganz hoch gezogen (sie steht wegen dem Erdbeben momentan auf Halbmast), dann runter, eingewickelt und ab ging es über die Straße und die Fahne verschwand mit den Soldaten in der Verbotenen Stadt.
Zudem war von Montag bis Mittwoch Staatstrauer. Am Montag haben wir mit drei Schweigeminuten an die über 50.000 Opfer des Erdbebens gedacht. Ich wurde in der Mittagspause noch von meinen Kollegen gebrieft – nicht dass ich mich als einzige Ausländerin hier anders als die anderen benehme. Um 14:28 Uhr kam dann das Kommando. Wir sind alle aufgestanden, haben uns in Richtung Südwesten gedreht und es war Stille. Bis auf die hupenden Autos draußen – der Verkehr lief trotzdem und um auch den Menschen auf der Straße die Gedenkminuten zu ermöglichen, sollten diese 3 Minuten lang hupen. Bars und Clubs hatten an diesen drei Tagen geschlossen. Dafür wurden vor den Kneipen Teelichter aufgestellt. Es war wirklich beeindruckend diese Staatstrauer hier mitzuerleben und noch beeindruckender ist, wie offen die chinesischen Medien über das Erdbeben hier berichten.
Die restliche Arbeitswoche war dann recht gemütlich. Abends mal ne DVD geschaut, was trinken gewesen oder einfach nur auf der Dachterrasse die warme Nacht genossen.
Freitag ging es dann wieder auf ins Pekinger Nachtleben. Zuerst auf einer Dachterrasse in der Stadt, wo wir dann mit einem kühlen Tsingtao Bier das Wochenende eingeläutet haben – bin normalerweise ja kein Biertrinker, aber das chinesische Bier könnte ich den ganzen Tag trinken. Ist echt gut – wohl eher ein Frauenbier J
Danach ging es in einen Salsa-Club. Allein die Vorstellung: da tanzen Deutsche in China einen lateinamerikanischen Tanz – wenn das mal nicht weltoffen ist J
Danach ging es dann, nicht wie in Deutschland zum Döner oder Mc Donalds, um den Hunger vor dem zu Bett gehen zu stillen. Nein, wir waren bei unserem Spieß-Chinesen, der Gott sei Dank 24 Stunden auf hat und 5 Gehminuten von unserer Wohnung weg ist. Dort gibt es lecker Fleisch am Spieß.
Nachdem es dann nach dem Spieß-Chinesen schon wieder gedämmert hatte, hatte ich natürlich den halben Samstag verschlafen. Aber die andere Hälfte des Tages wurde sinnvoll genutzt – wir waren shoppen J
Und nach dem shoppen haben wir es uns richtig gut gehen lassen – Maniküre & Pediküre. Echt cool. Maniküre werde ich wohl eher nicht mehr machen. Meine Fingernägel sehen nicht anders aus als vorher. Aber meine Füße – wow. Also, wer meine Füße kennt, weiß dass die nach dieser Pediküre aufgeatmet haben J. Ingesamt sind wir dann zwei Stunden in dem sehr bequemen Sessel gesessen und haben uns pflegen lassen – war herrlich!
Danach sind wir zum Italienier zum Abendessen. War gut, aber muss ehrlich sagen, was chinesisches wäre mir fast lieber gewesen. Kaum zu glauben, dass das aus meinem Mund kommt. Aber das Essen ist nicht so schlecht und ich glaub tierisch gesund. Zumindest hab ich keine Mangelerscheinungen wie ich sie damals in Madrid hatte. Wobei das Essen hier halt auch nicht satt macht. Wahrscheinlich weil alles so leicht verdaulich ist – bin ständig nur am Essen.
Sonntag war dann ein aktiver und wirklich witziger Tag. Sind zuerst „stundenlang“ in unserem Viertel rumgelaufen bis wir endlich ein Restaurant zum Essen gefunden hatten. Ich wollte nicht in die Restaurants gleich bei uns um die Ecke gehen, weil die kennen wir nun ja schon und dummerweise kam dann ne ganze Weile keins mehr – zum Leid meiner Mitbewohnerin, die neue Schuhe anhatte J.
Nachmittags waren wir dann in einem Park. War ein Natur- und Vergnügungspark. In diesem Park finden auch die Volleyball-Spiele während Olympia statt.
Wir hatten die tolle Idee mit einem Boot auf dem See dort zu fahren und haben uns einfach mal das Billigste genommen –ein Tretboot. Das war ein Fehler! Es war total anstrengend sich mit diesem Ding auf dem Wasser fortzubewegen. Dummweise sind wir dann auch zu lange in die eine Richtung gefahren, so dass wir es dann nicht mehr pünktlich innerhalb unserer Mietzeit zurück geschafft hatten. Naja, aber wir waren wir die Attraktion auf dem See – für alle, die mit einem Motorboot an zu vorbeigerauscht sind. Das schämige Grinsen verriet was sie dachten: Schaut euch mal die doofen Touris an, die haben ein Tretboot und kommen trotz treten nicht vom Fleck. Naja, das nächste mal sind wir schlauer und ein bisschen Sport tut ja auch gut J.
Beim Schlendern durch den Park sind wir dann auf einen anderen kleinen See gestoßen, auf dem riesige Luftballons waren und in den Luftballons Kinder, die sich so auf dem Wasser fortbewegt haben. Hat total witzig ausgehen, weil fortbewegen kann man dazu nicht wirklich sagen. Ist total schwer sich in diesem Ballon aufrecht stehend zu halten und laufen geht gleich gar nicht. Woher ich das weiß? Naja, wollte das natürlich ausprobieren. Und kaum 5 Minuten später war auch ich in einem solchen Ballon, gemeinsam mit den anderen Kindern und meiner Mitbewohnerin auf dem Wasser. War super anstrengend, hat aber Spaß gemacht und auch die Leute, die draußen standen, hatten glaub ich ihren Spaß dran.
In diesem Ballon waren Temperaturen wie im Gewächshaus, deswegen war es danach erst einmal Zeit für eine kleine Abkühlung – eine Wasserbahn J Als ich da dann so langsam hochgezogen wurde und die Bahn komische Geräusche von sich gegeben hat, wurde mir dann schon ein bisschen mulmig. Ob die hier wohl die gleichen Sicherheitsvorschriften zur Wartung haben wie wir in Deutschland?? Naja, aber dann ging es auch schon los nach unten – und ich lebe noch J
War super erfrischend. Ich war noch zwei Stunden später nass. Was aber auch an dieser Hitze hier liegen könnte. Wird jetzt echt warm. Laut „wetter.com“ hatten wir 35 Grad und mit dieser feuchten Luft fühlt sich das nach noch viel mehr an.